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Montag, 1. November 2004, 23:21

(so gut wie) Alles was du als Käfigbauer wissen musst

Hallo zusammen,

ich habe noch mal ein paar Stunden damit verbracht meine „Doktor-Arbeit“ zu verbessern, editieren, korrigieren, ergänzen und was nicht noch alles.

Ich habe das ganze in mehrer Threads gegliedert um ein gewisse Übersichtlichkeit bei zu behalten.

Ich hoffe es hilft einigen unter euch weiter. Sollten dennoch Fragen offen sein, so fragt bitte einfach nach. Ich helfe gern weiter.

Liebe Grüße
Karo und Shadow

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ozzy« (1. November 2004, 23:22)


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Montag, 1. November 2004, 23:25

LEIM

Was ist eigentlich Leim?
Leime sind Kleberstoffe die mit tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Grundstoffen eine Lösung in Wasser darstellen. Bei Holzleim spielen die synthetischen Grundstoffe eine große Rolle.
Formaldehyd spielt bei folgenden Leimen eine mehr oder minder große Roll: Harnstoff-Formadehydharz, Melamin-Formaldehydharz, Phenol-Formadehydharz und Phenol-Resorcin-Formaldehydharz.
Formaldehyd wird benötigt, um die Grundstoffe (Harnstoff, Melamin, Phonol, Resorcin) miteinander zu vernetzen: Erst so entsteht die eigentliche Eigenschaft des Leimes, nämlich durch Vernetzung zu verleimende Partikel miteinander zu verbinden. Der Vorgang wird als Aushärtung bezeichnet. Bei einem ausgehärtetem Leim sind alle Formaldehydmoleküle im Netzwerk des Leimes eingebunden. Ist zu wenig Formadehyd im Leim, so kann kein stabiles Netz entstehen und die Werkstoffe verlieren an Festigkeit. Wird zu viel Formaldehyd verwendet, so tritt es aus der Platte aus. Ebenso können erhöhte Temperaturen und hohe Luftfeuchten zu einem vermehrten späteren Abspalten von Formaldehyd führen.
Nach der Chemikalien-Verbots-Verordnung dürfen rohe oder beschichtete Holzwerkstoffe nur in den Handel gebracht werden wenn sie den Emissionswert für Formaldehyd nicht überschreiten: 0,1 ml/cbm = 0,1 pmm. Mittlerweile sind in Deutschland für den Handel nur noch E1 und F0 Platten zu gelassen. E1 Platten liegen unter dem genannten Emissionswert. F0 Platten (selten und schwer und wenn überhaupt nur kommissionsweise im Holzfachhandel zu bekommen) sind mit einem Spezial-Leim formaldehydfrei verleimt.
Bei ausländischen Platten ist dennoch Vorsicht geboten, genauso bei alten platten die man vielleicht noch im Keller oder auf dem Dachboden stehen hat.
a. Harnstoff-Formaldehydharz = Urea Formaldehydharz, UF:
Harnstoff und Formaldehyd werden in Wasser gelöst und bei einer bestimmten Temperatur, zusammengeführt. Beim Verleimen wird durch Zugabe von Härter und durch Wärmeeinwirkung der Leim zum Aushärten gebracht. Dieser Leim wird vor allem für V 20 Platten, d. h. Platten die im Innenausbau für Möbel oder Paneele eingesetzt werden, verwendet. Die Verleimung ist weder feuchte- noch witterungsbeständig.
B. Melamin-Formaldehydharz, MF
Bei diesem Leimtyp wird anstelle des Harnstoffes Melamin verwendet. Melaminharze sind fester und temperaturbeständiger als Harnstoffharze. Mit diesem kann eine kochfeste Verleimung erzielt werden. Die Verbindung von Melamin und Formaldehyd ist ungleich fester als die von Harnstoff und Formaldehyd.
C. Phenol-Formaldehydharz, PF:
Phenol ist der Grundbestandteil dieses Leimes. Die Verbindung erfolgt bei sehr hohen Temperaturen. Die Verleimung und Aushärtung wird ebenfalls durch Wärmezufuhr und einen Härter erzeugt. Phenolharze werden für die Verleimung von V 100 und V 100 G Platten verwendet und sind nach den DIN-Normen zugelassen. Diese Platten geben durch ihre starke chemische Verbindung kaum Formaldehyd ab. Das G steht für: pilzgeschützt. Dem Leim wird ein Holzschutzmittel gegen Pilzbefall zugemischt.
D. Recorcin-Leime (Phenol-Recorcin-Formadehyd-Harz) PRF:
PRF Leime sind hoch reaktiv und finden zum Teil in der Spanplattenfertigung (V 100) aber vor allem im Holzleimbau Verwendung.
E. Isocyonatklebstoffe:
Diese Klebstoffe sind wasser- und lösemittelfreie Einkomponentenklebstoffe ohne Formaldehyd . Diese Klebstoffe werden überwiegend für die Herstellung von formaldehydfrei verleimten Spanplatten eingesetzt.
Wenn man Formaldehyd gegenüber besonders sensibel ist (ich bin z. B. gegen Formaldehyd allergisch) sollte man auf formaldehydarm verleimte (Melamin-/Phenolharz-Verleimung) oder formaldehydfreie (Isocyanatverleimung) Platten zurückgreifen. Formaldehyd-absperrende Beschichtungen, wie z. B. Melaminharz- oder mit Schichtsoffplatten beschichtete Platten, bieten eine zusätzliche Absicherung. In jedem Fall sollte aber beim fertigen Möbelstück (oder Käfig) darauf geachtet werden, dass die Kantenflächen des Möbelkorpus und der Einlegeböden ebenfalls beschichtet sind. Nach dem schneiden von Spanplatten kann man auf den Kanten z. B. ein Bügelfurnier, auch Kantenumleimer oder Umleimband genannt, aufbügeln. Anstatt kann man aber auch Metallprofile fest anschrauben. Je nach dem welche Optik einem persönlich besser gefällt.
Dies sollte nicht nur für Möbel sondern auch für Eigenbau Käfige gelten.
Nach Untersuchungen des Wilhelm-Klaudiz Institutes wurde bewiesen das Formaldehyd auch im natürlichen Holz vorkommt. Die Mengen sind minimal und die Werte sind stark abhängig von der Holzart und der Holzfeuchte. Die Werte liegen jedoch weit unter den Werten der Holzwerkstoffe.

FORMALDEHYD.

Wenn ihr nicht gerade ne starke Allergie gegen Formaldehyd habt, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Ihr habt wahrscheinlich täglich Kontakt zu Formaldehyd ohne es zu wissen. Hier noch was zur Beruhigung und Aufklärung:

www.allergie-ratgeber.de: Formaldehyd
Formaldehyd ist ein farbloses giftiges Gas. In Kombination mit Wasser wird es als Desinfektionsmittel, als Fixierungsmittel oder Konservierungsmittel eingesetzt. Formaldehyd ist in vielen kosmetischen Produkten und vor allem in herkömmlichen Nagelpflegesystemen enthalten. Schon in geringen Mengen reizt dieser krebsverdächtige Stoff Schleimhäute und kann Allergien auslösen.

Fachwissen Holz, Kapitel 8, Seite 113, Ausgabe 2002:
Formaldehyd ist eine einfache, chemische Verbindung, die in unserer Umgebungsluft vielfach auftritt. In Wasser gelöst wird es zur Desinfektion und in der Medizin zur Konservierung verwendet. Formaldehyd hat einen stechenden Geruch und eine hohe Warnwirkung: Formaldehyd-sensible Personen nehmen das Gas bereits mit sehr geringer Konzentration wahr. In höherer Konzentrationen führt es zur Reizung der Augen, der Nase und der Atemwege. Wegen des VERDACHTS auf Krebs erzeugende Wirkung wurden die Regelungen zur Formaldehyd-Konzentration in Wohnräumen (Formaldehyd-Richtlinie und in der Folge verschiedene Verordnungen) erlassen.

Lt. Meinem Allergiepass kommt auch hier Formaldehyd vor:
-Kleber, auch Pflaster
-Schuhe
-Lederwaren wie Gürtel, Armbänder...
-Gummiartikel
-Automobilindustrie (Dichtungen, Polster...)

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Montag, 1. November 2004, 23:27

HOLZWERKSTOFFE

Holzwerkstoffe. Was ist das?
Das sind z. B. Platten die künstlich hergestellt werden. Also Holz, was nicht mehr so ist wie es gewachsen ist. Sprich: Vollholz wird zerkleinert und mittels Leim (siehe oben), Druck und Hitze wieder zusammen gefügt. Der Sinn dabei ist, dass Holzwerkstoffe in der Regel stabiler sind als Vollholz (bei gleichen Maßen) und auch verzugsärmer. Zu den Holzwerkstoffen zählen z. B. Sperrholz, OSB, MSB, Spanplatte, HDF, MDF...

Was ist Sperrholz?
Unter dem Sammelbegriff Sperrholz werden alle Platten aus mindestens drei aufeinander geleimten Holzlagen verstanden, deren Faserrichtungen um 90° gegeneinander versetzt sind. Durch das Absperren der einzelnen Lagen zueinander wird das Quellen und Schwinden besonders in Plattenebene minimiert und die Richtungsgebundenen Festigkeitseigenschaften des massiven Holzes homogenisiert.
1. Furniersperrholz : Die Platte besteht ausschließlich aus Furnierlagen. Die Furniere werden miteinander verleimt. Es ist immer eine ungerade Anzahl an furnieren, z. B. 3 oder 5 oder 7. Je nach dem wie die Faserrichtung ist, ergeben sich verschiedene Einsatzbereiche für die Platte = die Festigkeit variiert.
Wenn Sperrholzplatten dicker sind als 12 mm und mindestens 5 Lagen haben werden sie auch als Multiplex-Platten bezeichnet. Wenn die Lagen aus unterschiedlichen Holzarten bestehen, so kann man die Platte auch Kombisperrholz nennen.
2. Stab-, Stäbchensperrholz und Tischlerplatte
Beim Stabsperrholz (auch Tischlerplatte genannt) besteht die Mittellage aus etwa 24 mm breiten gesägten Vollholzleisten (Stäbe). Beim Stäbchensperrholz besteht die Mittelage aus etwa 5 - 8 mm dicken aber hochkant gestellten Schälfurniersteifen (Stäbchen). Auf der Unter- und Ober-Seite dieser Platten findet sich in aller Regel ein Absperr- und ein Deck-Furnier. Diese Furniere sorgen für eine schöne glatte Oberfläche.
Herstellung: Getrocknete Furniere bzw. Lagen werden beleimt, kreuzweise zusammengelegt und gepresst. In der Presse wird die Platte auch mit Wärme behandelt. Dadurch härtet der Leim schneller aus.
Ohne Beschichtung würde ich Sperrhölzer nicht für Nagerkäfig-Bau empfehlen.
Des weiteren gibt es unzählige Spezialverfahren in denen spezielle Sperrholzplatten hergestellt werden (z. B. beschusssichere platten, Wärme dämmende Platte etc.)

Was sind Spanplatten?
Um Spanplatten herzustellen werden unterschiedlich große Späne und oder andere holzartige Faserstoffe zu Platten verpresst (mit Leim, in hydraulischen Pressen). Spanplatten haben ein ähnliches Quell- und Schwindverhalten wie Vollholz, jedoch ist die Festigkeit sehr viel höher als es bei Vollholz der Fall ist.
Je nach gewünschtem Einsatzort ist der Aufbau von Spanplatten unterschiedlich. Spanplatten die z. B. für den Möbelbau hergestellt werden haben im innern grobe Späne und im äußeren teil eher feine Späne. Bauspanplatten z. b. haben keine Außenschicht aus feinen Spänen, sie bestehen nur aus größeren Spänen.
Bitte die groben Späne dieser platten nicht mit OSB Platten verwechseln. Zu den OSB Platten komme ich noch.
Je nach Einsatzort sind Spanplatten auch mit Zement (Brandschutz) oder mit Fungiziden (Pilzschutz) erhältlich. Spanplatten bekommt man roh oder mit einer Kunststoffbeschichtung. Im Möbelbau auch mit Echtholzfurnier.
Natürlich sind Platten mit Zement oder Fungiziden nicht für den Kontakt zu Nagern geeignet.
Spanplatten mit Kunststoffbeschichtung sind nach meiner persönlichen Meinung aber das geeignetste Baumaterial für Nagerheime.

Was ist OSB?
OSB bedeutet Orientated Strand Board = Ausgerichtete Span Platte. Der Aufbau ähnelt der "normalen" Spanplatte, siehe oben. Allerdings bestehen OSB Platten nur aus sehr großen Spänen (größer als die groben späne der Bau-Span-Platte). Die OSB-Platte besteht ebenfalls wie die Spanplatte aus mehreren Schichten. Jedoch liegen hier die Späne nicht wie in der Spanplatte kreuz und quer. Sie sind je nach Lage in eine bestimmte Richtung ausgerichtet. Ansonsten ist die Produktion mit der der Spanplatten identisch.
OSB Platten weisen jedoch eine viel höhere Festigkeit auf als Spanplatten.
OSB wird vom Laien auch oft als Grobspanplatte bezeichnet.
Ohne Beschichtung würde ich OSB-Platten nicht für den Nagerkäfig-Bau empfehlen.

Was ist MSB?
MSB Platten sind in Deutschland ganz neu auf dem Markt. In dem Holzfachhandel wo ich arbeite sind diese seit zirka Sommer 2004 erhältlich. Bis diese Platten die herkömmlichen Baumärkte erreichen wird es sicherlich noch eine Weile dauern.
MSB steht für Micro Strand Board. MSB Platten sind mit OSB Platten identisch, die einzige Abweichung ist, dass die Späne klein (micro) sind.
MSB Platten sind um ein vielfaches fester als OSB Platten.
Ohne Beschichtung würde ich MSB-Platten nicht für den Nagerkäfig-Bau empfehlen.

Was sind Faserplatten?
Auch der Begriff Faserplatte ist nur ein Sammelbegriff:
1. Siebdruckplatte : Siebdruckplatten sind nichts anders als Hart-Faserplatten. Für die Herstellung werden Holzfasern mit einander verpresst. Siebdruckplatten sind nur einseitig glatt und weisen auf der anderen Plattenseite die so genannte Siebstruktur auf. Teilweise werden Siebdruckplatten auch nach vergütet, dabei werden sie extra-hart. I. d. R. sind Siebdruck-Platten nur in stärken von 3 oder 4 oder 8 mm erhältlich.
2. MDF : MDF-Platte steht für Meduim Density Fibreboard = Mittelharte Faserplatte. Diese Platten sind in aller Regel in Stärken zwischen 6 und 25 mm erhältlich. MDF-Platten finden oft im Kern von Paneele Verwendung. Diese Platte ist (meiner Meinung) nach viel besser als Spanplatte und Co. da hier Schrauben und Nägel wirklich drin halten ohne das etwas ausfranst. Des weiteren kann man MDF-Platten auch exakt profilieren. Im Gegensatz zu Spanplatten bestehen MDF Platten aus sehr feinen Holzteilchen... diese Teilchen sind schon fast als Holzstaub zu bezeichnen. MDF Platten können in aller Regel direkt lackiert werden, sind aber auch in beschichteter Form erhältlich.
3. HDF : High Density Fibreboard = Hochverdichtete Faserplatte. Eigentlich ist die HDF-Platte das gleiche wie eine MDF-Platte... In der Presse wird nur ein höherer Druck ausgeübt, was diese Platte fester werden lässt. HDF Platten haben ansonsten die gleichen Eigenschaften wie die MDF Platte. HDF-Platten finden z.B. in Laminat oder in Furnierböden (Furnierparkett, nicht mit regulärem Parkett zu verwechseln) Verwendung.
Ohne Beschichtung würde ich Faserplatten nicht für den Nagerkäfig-Bau empfehlen.


Welches Holz kann ich für meinen Eigenbau nehmen?
Du kannst alle hier aufgeführten Plattenwerkstoffe verarbeiten. Dabei solltest du jedoch beachten, dass die Platten die aus klein gehechselten Spänen und Leim bestehen rund herum geschlossen sind: Beschichtung, Kantenumleimer bzw. Bügelfurnier.
Sofern etwas nicht beschichtet ist, könnte Urin eindringen. Du solltest auch darauf achten, dass dein Hamster die Leimteile nicht annagt bzw. abnagt und verschluckt.
Generell möchte ich aber sagen, dass ich am ehesten zur Verwendung von werkseits beschichteten Spanplatten raten möchte. Eine Beschichtung die bereits während der Produktion durch Maschinen aufgetragen wird ist logischer Weise um einiges wiederstandsfähiger als z. B. ein paar per Hand und Pinsel aufgetragene Lackschichten. (Zu Lack etc. komme ich noch weiter unten.) Des weiteren sind Spanplatten verhältnismäßig günstig, so gut wie überall erhältlich (überall gibt es Baumärkte oder Holzfachhändler) und Spanplatten sind verhältnismäßig leicht zu verarbeiten.

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Montag, 1. November 2004, 23:31

VOLLHOLZ

Warum sollte ich kein Nadelholz (in Form von Vollholz) nehmen?
Nadelhölzer solltest du nicht nehmen, weil diese Harzhaltig sind. Das Harz kann auch noch nach langer Zeit (z. B. beim Zaun nach über einem Jahr) austreten und ist giftig für Hamster. Es könnte sie auch böse verkleben. Harz kann auch durch Lack bzw. mehrere Lackschichten durch brechen. Lack ist da so gut wie kein Schutz.
Welche Nadelhölzer sind harzhaltig? Zum Wohle des Hamsters solltest du auf Kiefer, Fichte, Douglasie und Lärche verzichten.
Aber du kannst stattdessen Tanne nehmen. Ja, ich wieder spreche mir hier selbst. Auch die Tanne ist ein Nadelholz, aber Tanne besitzt keine Harzgänge.
Ansonsten kannst du auch gern mit allen einheimischen Laubhölzern (als Vollholz) arbeiten: Buche, Esche, Weide, Ahorn, Eiche, Pappel, Walnuss, Birke, Obstbäume wie Kirsche, Birne, Apfel etc... und viele andere auch. Als Ausnahme sehe ich hier allerdings die Robinie, auch Rotimber oder Falsche Akazie genannt. (Warum nicht? Siehe unten: Exotische Hölzer)

Exotisch Hölzer
Von "exotischen" Hölzern die z. B. aus Afrika, Asien, Südamerika oder Asien eingeführt werden wie z. B. Teak, Bangkirai, Megano, Balau, Eukalyptus, Nyatoh, Iroko, Shorea, Meranti, Yatoba, Mopanie ect. und der europäischen Robinie (auch falsche Akazie genannt) möchte ich dringlichst abraten. Die falsche Akazie ist im Prinzip auch kein einheimisches Holz, ursprünglich stammt sie aus Asien, wurde in Europa aber erfolgreich kultiviert.
Diese Hölzer sind in der Regel von natur aus (ohne Behandlung) öl- und kautschuk-haltig. Diese Hölzer sind zwar bestens für den Einsatz im Freien geeignet und haben Lebenserwartungen von 30 Jahre + aber wg. den natürlichen anteilen würde ich diese Hölzer nicht für Gegenstände verwenden die ich für meinen Hamster Baue.
Bitte merke dir auch die Holzart Mopanie. Mopanie wird oft in Zoo-Abteilungen oder –Geschäften als Holz zum Nagen und Klettern angeboten. Ich habe auch schon gesehen, dass es aus Unwissenheit als Mangrove angeboten wurde. Mangrove kann und darf ohne Weiteres verwendet werden. Aber Mopanie, welches zweifarbig ist, soll Giftig für Hamster sein. Mopanie wird auch unter dem Namen Savannen-Holz angeboten. VORSICHT.

Wenn wir nun gerade auch bei „Kletter-Hölzern“ sind:
KORK
Kork ist als Platte oder Röhre in so gut wie allen Nagerabteilungen erhältlich. Es kann ohne Bedenken angeboten werden. Kork ist die geschälte Rinde von Kork-Eichen. Dabei wird der Baum nicht gefällt sondern nur geschält. Die Bäume bleiben stehen und bilden über die Zeit neue „Rinde“ und können dann wieder geschält, also geerntet werden.
Kork-Eichen wachsen vornehmlich in Portugal.

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Montag, 1. November 2004, 23:33

BEHANDLUNG VON HOLZ

KDI, KDF, RÜPING, LACK, LASUR, WACHS, ÖL, BEIZE

KDI, KDF und RÜPING
…sind Imprägnierungen um Holz, welches im Außenbereich verwendet wird vor Schädlingen oder allgemeiner Fäulnis zu schützen. Das Holz „hält“ somit länger.
KDI bedeutet Kessel-Druck-Imprägniert. Das Holz schimmert in aller Regel grünlich. Der so gut wie einzige Unterschied zu KDF ist, dass KDF bräunlich statt grünlich ist.
Die Imprägnierung geht so vor sich: Das Holz wird in einen Raum aus Stahl (der Kessel) gebracht. Dann wird je nach Kessel-Art ein Vakuum erzeugt oder Druck ausgeübt, dies hat zur Folge, dass die grünlichen oder bräunlichen Imprägniersalze tief in das Holz eindringen.
Woraus die Imprägnierung genau besteht, wissen nur die einzelnen Hersteller. Was aber definitiv im Holz drin ist, ist immer eine gute Frage, und hängt natürlich auch von der Verbauungsart (Oberirdisch, Unterirdisch) und vom Einsatzort (Kinderspielgeräte, Zaun, Carport) ab. Aber z. B. dies ist in Imprägniersalzen enthalten: Chrom, Kupfer, Borsäure, Borax, Flour, usw. usw.
Naja, ob es nun definitiv ungiftig ist oder nicht, dass kann ich euch nicht mit Sicherheit sagen. Beim Hautkontakt würde ich da keine Panik verbreiten, ich bin allerdings skeptisch was das Annagen und Verschlucken an geht.
Verwendet es nicht im Innenbereich, es ist nicht nötig.
RÜPING: Rüping ist eine Teeröl-Imprägnierung, die gern für Pferdekoppeln genommen wird, da die Tiere dies nicht annagen. Aber will seinem Tier schon Teeröl zu muten? Als nicht Gewerbetreibender darfst du Produkte die mit Rüping behandelt sind auch weder kaufen noch verarbeiten.
FINGER WEG VON RÜPING!
Kurzfassung: Ich würde KDI oder KDF überall dort einsetzen, wo es nicht angenagt wird, z. B. als Bodenbelag, Zaun, Spielgeräte, Häuser, Zäune (also Draußen)... Das empfinde ich als unbedenklich und ich sehe keine Gefahr darin, damit Hautkontakt zu haben


INNENBEREICH
Generell kann man im Innenbereich folgende Veredelungen benutzen um Holzoberflächen zu behandeln: Lack, Lasur, Beize, Öl-Wachs und Lebensmittelfarbe... (Allerdings hab ich von Lebensmittelfarbe keine Ahnung... das ist eher Suzie’s Gebiet)

LACK
Lack hat drei Hauptbestandteile: Lösungsmittel, Bindemittel, Farbpigmente (nicht beim Farblosen).
Glücklicherweise gibt es heut zu Tage auch schon viele Lösungsmittelfreie Lacke.
Durch Lack wird in aller Regle die Oberfläche es Holzes komplett geschlossen: Diffusionsdicht. Sprich das Holz kann nicht mehr atmen. In aller Regel ist Lack deckend (es gibt natürlich auch transparente Lacke) also man würde die Holzmaserung nicht mehr sehen.


LASUR
Es gibt Dünnschicht oder Dickschichtlasuren... Dünnschichtlasuren wirken aufgetragen eher dünn (wie der Name schon sagt), also transparent, man kann die Maserung des Holzes noch sehen. Dickschichtlasuren wirken fertig aufgetragen eher dick, fast schon wie ein Lack. Kunden nennen Dickschicht-Lasur gern Lacklasur, scheint umgangssprachlich zu sein. Lasuren bestehen in aller Regel aus Bindemittel (Harze, Wachse), Lösemittel und Pigmente (es sei denn die Lasur ist Farblos).
Der große Vorteil gegenüber Lack ist, dass das behandelte Holz offenporig bleibt, d. h. das Holz kann noch atmen also Feuchtigkeit weiterhin aufnehmen oder abgeben. Dies verbessert das Raumklima und ist auch sehr gut wenn man noch nicht richtig getrocknetes Holz verarbeitet.

WACHS/ÖL
Wachse und Öle bestehen in aller Regel aus natürlichen Bestandteilen wie Bienenwachs und diverse Nussbaumöle oder Diestelöl (nicht Dieselöl). Es wird sehr gern, z. B. bei Massivholzmöbeln zum veredeln der Oberfläche verwendet... und sie riechen toll.

BEIZE
Beize: Beizen werden auf das Holz aufgebracht und wirken, anders als Lacke oder Lasuren auch im Holz, ziehen tief ein. Beizen haben aber etwas mit Edding gemeinsam: Wo Beize oder Edding mal drauf ist, geht es SCHLECHT wieder ab. Wenn ihr mal Beize verwendet, tragt bitte Handschuhe und alte Kleidung die euch nichts bedeutet... Ich spreche aus Erfahrung.


Logischer Weise möchte ich euch vom Einsatz von Lasur, Wachs, Öl und Beize abraten, da diese Mittel das Holz offenporig lassen (siehe oben). Dadurch kann nämlich der Inhalt einer ausgelaufenen Trinkflasche oder auch Hamster-Urin ungehindert in das Holz eindringen.
In Foren wird gern gesagt, dass Holz am besten mit Baby-Lack behandelt wird und das das gut ist.
Nun das sehe ich ganz anders und möchte von Lack, auch von Babylack im Käfig dringlichst abraten.
Zitat von weiter oben: „Generell möchte ich aber sagen, dass ich am ehesten zur Verwendung von werkseits beschichteten Spanplatten raten möchte. Eine Beschichtung die bereits während der Produktion durch Maschinen aufgetragen wird ist logischer Weise um einiges wiederstandsfähiger als z. B. ein paar per Hand und Pinsel aufgetragene Lackschichten.“

Als Babylack deklarierter Lack muss der Deutschen Industrie Norm DIN EN 71-3 entsprechen. Das heißt, dass der Lack sich beim Kontakt mit Speichel oder Schweiß nicht zersetzen und/oder giftige Stoffe abgeben darf.
Der Lack ist aber nicht Säure-resistent. Ich spiele besonders bzw. nur auf die Harnsäure im Urin der Hamster an.
Wenn die Harnsäure auf den Lack einwirken kann, so kann es dazu kommen, dass sich der Lack ablöst indem er z. B. porös wird oder Bläschen wirft. Dies wieder rum bietet dem Hamster eine nahezu perfekte Kratzmöglichkeit. Wenn der Lack dann weg ist, so kann der Urin ungehindert in das Holz eindringen, was zum einen sehr unhygienisch für den Hamster ist und zum anderen nach einiger Zeit zu üblen Gerüchen führt. Anschließend ist dann ein Austausch des betroffenen Bauteils erforderlich.

Ich habe bei einigen Lieferanten (ich arbeite in einem Holzfachhandel) angefragt, wie sie zum Einsatz ihrer Produkte im Nagerkäfig stehen. Es waren in aller Regel so ziemlich die gleichen Antworten. Den genauen Wortlaut weiß ich natürlich nicht mehr, aber so kommt es hin:

Würden Sie das Produkt für Kleintierkäfige empfehlen?
Eigentlich ja, man kann das durchaus benutzen, das Produkt entspricht der DIN EN 71-3.

Ist das Produkt auch resistent gegen Harnsäure?
Nein.

Besteht Gefahr für das Tier, wenn es das Produkt abknabbern und verschlucken kann?
Bei Kleinst-Mengen EIGENTLICH nicht. Das Produkt ist unbedenklich bei Ablecken. Aber Knabbern ist eine mechanische Einwirkung. Da kann ich Ihnen nichts zu sagen.

Verändert sich das Produkt oder wird es schädlich, wenn es in den Verdauungstrakt gelangt und Kontakt mit Magensäure bekommt wobei es eventuell zersetzt werden könnte?
Dazu kann ich Ihnen nicht sagen, ich glaube nicht. Aber getestet wurde es dafür nicht.

Tja, in den Telefonaten gab es viel „eigentlich“ und „glaube“ aber kein klares „Ja, vollkommen geeignet.“

Wenn man dennoch zum Lack greifen möchte hier noch ein Hinweis:
Wenn eine Seite des Holzes z. B. drei mal gestrichen wird, so muss auch die andere Seite des Holzes drei mal gestrichen werden. Also gleiche Schichtstärke auf allen Seiten. Wird dies nicht befolgt, kann es zum Verziehen des Holzes kommen.
Beachtet bitte auch weiter oben genannten Hinweis zu Lack und Harz bei Nadelhölzern.
Wenn ihr denn unbedingt Lack verwenden wollt, so nehmt nur Babylack welcher lösemittelfrei ist und der DIN EN 71-3 Norm entspricht.

Persönlich würde ich das Grundgerüst eines Käfigs immer aus werkseits beschichteter Spanplatte erstellen. Der Hamster läuft hier auf einer Kunststoffschicht aus Melamin-Harz. Platt gesprochen wie bei der Käfig-Wanne von handelsüblichen Gitterkäfigen.
Alles andere was leicht austauschbar ist, wie z. B. Ebene, Laufrad, Häuschen usw. sollte am besten immer aus unbehandeltem Holz bestehen. Der Optik halber kann hier mit Lebensmittelfarbe gearbeitet werden. Und wenn es nötig wird, sollten diese Gegenstände dann ausgetauscht werden.

Wenn ihr einen Käfig aus Spanplatten baut, so könnt ihr die Außenseiten auch z. B. mit Klebefolie kaschieren. Das hab ich zumindest bei Shadow’s Käfig so gemacht.

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Montag, 1. November 2004, 23:36

SILIKON
In vielen, wie auch in Shadow’s Käfig wird Silikon verarbeitet. Einerseits als Schutz damit Urin nicht in Schnittstellen von Holz Eindringen kann oder als Klebstoff um z. B. Profile zu befestigen oder um Glasbauteile miteinander zu verbinden.
Beim Silikon ist darauf zu achten, dass es keine Fungizide enthält, was in der Regel bei Sanitärsilikon der Fall ist. Ich rate dringend von Sanitärsilikon ab.
Stattdessen könnt ihr Aquarien-Silikon oder Lebensmittelsilikon verwenden. Beim Verarbeiten werdet ihr einen stechenden Geruch bemerken, dies ist Essigsäure. Essigsäure ist der wichtigste Bestandteil von Silikon. Es vernetzt die einzelnen Komponenten mit einander und bewirkt die Elastizität und Klebefähigkeit beim Silikon.
Silikon muss grundsätzlich so verarbeitet werden, dass es der Hamster weder durch kratzen, nagen oder sonst wie erreichen kann. Silikon ist nicht verdaulich und kann zu starken Problemen im Magen-Darm-Trakt des Hamsters führen.
Aquarien- oder Lebensmittelsilikon ist nach dem Aushärten geruchslos. Lass es aber bitte einige Tage ausdünsten bevor du den Hamster in sein neues Paradies setzt.

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Montag, 1. November 2004, 23:38

METALL
Wenn du Metall im Käfig verarbeitest, z. B. in Form von Schrauben, Winkeln, Verbindern oder Profilen. Solltest du auf rostfreie und unbehandelte Metalle wie Edelstahl (V2A) oder Aluminium achten. Beachte bitte auch, dass Hamster-Urin an Schrauben ins Holz dringen kann. Am besten baust du den Käfig so, dass der Hamster nicht auf die Köpfe der Schrauben urinieren kann. An den Außenseiten oder der Unterseite des Käfigs ist es so ziemlich egal ob du da nun vielleicht auch verzinktes Material verwendest.

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Montag, 1. November 2004, 23:41

GLAS
An sich das BESTE Material für den Käfigbau. Da es sehr leicht und gut gereinigt werden kann. Allerdings ist man hier wohl mit höheren Ausgaben in Kontakt wenn man alles nach Maß selbst bauen will. Es sei denn man findet ein Aqua oder Terra bei einem bekannten Auktionshaus :)
Glas habe ich persönlich noch nicht verarbeitet. Ich stelle mir das Schneiden aber schwierig vor. Zumal auch alles wieder glatt geschliffen werden muss um Verletzungen für Mensch und Tier auszuschließen. Ohne einen Glaser wird man wohl nicht auskommen?

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Montag, 1. November 2004, 23:43

HOBBYGLAS
Hobbyglas, auch Bastlerglas genannt, findet man in so gut wie jedem Baumarkt. Hobbyglas ist ein Kunststoff, durchsichtig. Es wird auch gern als Plexi bezeichnet. Allerdings ist Plexi um einiges kostspieliger und bruchsicherer.
Hobbyglas reicht für die Fronten aber vollkommen aus. Ich kann leider keine Auskunft dazu geben, wie sich Hobbyglas als Boden mit ggf. Harnsäure-Kontakt verhält. Weiß hier jemand mehr?
In einigen Baumärkten kann Hobbyglas gleich zugeschnitten werden. Ansonsten soll es wohl auch gut mit einem Cutter (Teppichmesser) anzuritzen sein.
Fauler Weise habe ich den Käfig meines Hamsters in den Maßen so ausgedehnt, dass ich das Hobbyglas nicht schneiden brauchte. Das heißt ich habe die Maße des Käfigs der Hobbyglas-Platte angepasst.

10

Montag, 1. November 2004, 23:47

ANMERKUNG

Bei allen Eigenbauten, ob nun aus Glas oder Holz, ist ohne zusätzlich Belüftung aber darauf zu achten, dass die Belüftung ausreichend ist. Das heißt, dass der Käfig tiefer sein MUSS als hoch.



Die in diesen Threads (Beiträgen) gemachten Angaben mache ich als Privatperson. Daher schließe ich Richtigkeit, Vollständigkeit, Gefahrlosigkeit etc. aus.
Ich erkläre ausdrücklich, für die gemachten Angaben keine Haftung zu übernehmen.


So, nun noch der Link zu Shadow’s Käfig. Ich habe ihren Käfig ja bereits mehrfach angesprochen: Shadow's kleine Hütte


Zur vollständigkeit möchte ich noch Quellen angeben:
- mein Kopf
- über 4 Jahre Holzfachhandel (und der Wahnsinn hört nicht auf... )
- Fachwissen Holz, Kapitel 1 und 8
- www.allergie-ratgeber.de
- Schadstoffberatung

Und nun her mit Fragen, Kritik, Anregungen… :)

Liebe Grüße
Karo und Shadow

11

Montag, 1. November 2004, 23:54

Hi Ozzy!

Yeeehaaa Baby!! :ohh Das nenne ich mal eine ausführliche Beschreibung!! man merkt wirklich das du ziemlich viel Ahnung davon hast! Respekt!
Da ich ja jetzt weiß welche Hölzer und Materialien ich verwenden kann und darf wird mein nächster Käfig ein Eigenbau! Jetzt kann ich vor allem in unserem blöden Hagebau mal richtig angeben. Die haben da nämlich von Tuten und Blasen keine Ahnung.
Danke für die super Beschreibung!!

LG
Heike

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pinky« (1. November 2004, 23:55)


Katharina

unregistriert

12

Dienstag, 2. November 2004, 08:14

Super Karo,
schön das du dir soviel Mühe machst!
Ist echt hilfreich bestimmt für einige die einen Käfig bauen möchten!

Ein echter Roman geworden :D

LG Katharina

Achilles

unregistriert

13

Dienstag, 2. November 2004, 22:00

Hey Ozzy,
wow finde ich echt super von dir ,dass dur dir soviel Mühe machst.
Das ist total hilfreich.
Gruss Achilles

14

Mittwoch, 3. November 2004, 13:13

Hallo Karo,

vielen Dank für die Mühe die Du Dir gemacht hast. Heute fahre ich zum Obi und dank Deiner Liste werde ich keine Fehlkäufe tätigen.

Liebe Grüße und Danke :hb
Andrea

15

Mittwoch, 3. November 2004, 13:52

Und schon wieder was für die Linkliste...Mensch,ist ja super das dich damit so auskennst!!! :zwinker :hb

16

Mittwoch, 3. November 2004, 17:59

Hallo Karo,

das ich das supertoll fand/finde hatte ich ja "damals" :zwinker schon geschrieben - und jetzt sogar noch ausführlicher... Suuuuuuuuuuuuper!!! Herzlichen Dank!

LG Conny

PS: An die Mod´s: Wäre es nicht möglich, Karos Beiträge irgendwie oben "festzupinnen" - im Idealfall natürlich auch ohne die Antworten und weitere Antwortmöglichkeit. So daß es direkt auch immer ganz oben zu finden ist?

17

Mittwoch, 3. November 2004, 18:12

Hallo,

@Karo: Ich hoffe, daß es o.k. ist, wenn ich mein zusammengetragenes einfach hintendranhänge...

Vor einiger Zeit habe ich auch mal allgemeine Tipps zum Käfigbau an sich zusammengestellt:

Wie groß sollte das Hamsterheim sein?
Als aller erstes ist die Mindestgrundfläche zu beachten. Also die reine Bodenfläche ohne zusätzliche Ebenen – die natürlich trotzdem vorhanden sein sollten ;-)
Hier empfiehlt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.mindestens 60 (Breite) x 50 (Tiefe) x 40 (Höhe) cm, besser jedoch 100 (B) x 50 (T) x 50 (H) cm.
Was natürlich ebenfalls für Zwerghamster gilt, da diese eher noch mehr laufen, als ein größerer Gold-/Teddyhamster.
Beim Bau von rundum geschlossenen Hamsterheimen – ebenso wie bei Aquarien – ist zu beachten, dass die Länge mindestens 1 m betragen muss, damit eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist. Besser natürlich größer ;-) Außerdem darf der Käfig/das Aquarium maximal so hoch sein, wie tief.
Dies gilt natürlich ebenfalls, wenn der Hamsterkäfig in eine vorhandene Nische gebaut werden sollte.
Aus dem gleichen Grund darf auch nur maximal 1/3 der Grundfläche von Ebenen bedeckt sein.
Sollte der Käfig oben – und an den Seiten - geschlossen sein, dann bitte die Vorderseite mit Volierendraht gestalten. Gut wären auch noch seitliche Belüftungen.
Wenn das künftige Hamsterheim oben offen und die Grundfläche ausreichend groß gewählt ist, ist es Geschmackssache (und natürlich auch eine Preisfrage ;-) ), ob Du für die Gestaltung der Vorderseite Volierendraht, Glas oder Plexiglas nimmst.
Sollte Volierendraht gewählt werden, dann bitte darauf achten, dass unten ein ausreichend hoher Buddelschutz (mindestens 15 cm) eingeplant wird, damit die Einstreu auch im Käfig bleibt ;-)

Welches Material nehme ich am besten?
Die richtige Holzwahl hat Karo hier (s.o.) leicht gemacht.
Um den Boden und ein kleines Stück an den Seiten hoch urinfest zu machen, gibt es auch noch die Möglichkeiten dort zu fliesen, PVC einzulegen (an den oberen Kanten dann aber unbedingt zum Schutz vor dem Annagen eine Metall-Fußleiste – wie sie oft in Türrahmen an den Teppichübergängen zu sehen ist – anbringen), dünne Siebdruckplatten können eingepasst werden, ebenso Plexiglasscheiben, es könnte mit Betonfarbe gestrichen werden oder auch Teichfolie [haben mittlerweile mehrere in den Kaninchenställen – eigene Erfahrung habe ich damit nicht... - mir persönlich sagt es allerdings auch nicht wirklich zu...] verwendet werden.

Wie sieht es mit Farben und Lacken im Hamsterheim aus?
Wichtige Informationen zur Verwendung von Farben und Lacken im Hamsterheim – ebenfalls von Karo (hier noch einmal herzlichen Dank für Deine Mühe) - findest Du ebenfalls hier (s.o.).
Gut geeignet, um das Heim farblich zu gestalten ist ungezuckerte Lebensmittelfarbe – da diese ungiftig ist. Allerdings ist diese natürlich nicht wasser-/urinfest und der so bemalte Gegenstand kann auch nicht mal eben nass abgewaschen werden.

Was ist beim Einbau von Ebenen zu beachten?
Damit noch eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist, dürfen in einem - wie ein Aquarium - rundherum geschlossenen Käfig nur maximal 1/3 der Grundfläche mit Ebenen bedeckt sein.
Schön ist es, wenn Du an den Ebenen einen kleinen Rand befestigst, so dass auch die Ebene eingestreut werden kann.
Bei der Gestaltung von Ebenen bitte darauf achten, dass die mögliche Fallhöhe für Hamster maximal 20 cm sein sollte, da es sonst bei eventuellen Stürzen zu üblen Verletzungen, auch mit Todesfolge, kommen könnte.

Was sollte ich bei der Wahl des Standortes beachten?
Das Hamsterheim muss erhöht stehen – also nicht auf dem Boden! Zum einen, damit der Hamster vor Zugluft und Kälte auf dem Boden geschützt ist, und zum anderen, damit auch der Hamster den Überblick behält und sich sicherer fühlt. Außerdem kannst Du Deinen Mitbewohner so auch viel besser beobachten.
Und natürlich auch nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Rauchen und laute Musik/Fernsehen sind selbstverständlich ebenfalls tabu ;-)
Insbesondere wenn das zukünftige Hamsterheim in eine vorhandene Nische geplant wird, ist auf die ausreichende Belüftungsmöglichkeit natürlich ganz besonders zu achten!

Was muss ich noch beachten?
Gitter sind für Ebenen und Leitern nicht geeignet, da sie der natürlichen Haltung absolut widersprechen und zur Verletzungen und Verstümmelungen führen können (wie auch beim Laufrad mit Sprossen).
Mindestens eine Seite (die Rückwand), besser auch noch eine weitere Seite sollten blickdicht (verkleidet) sein. Damit der Hamster sich sicherer fühlt. Z. B. durch Aquarien-Rückwand-Folie.
Bei einem Heim aus Glas/Plexiglas wird sie natürlich von Außen mit Tesa befestigt. Solltest Du sie jedoch innen anbringen müssen, weil die Wand aus Holz besteht, müsstest Du vor der Folie noch eine Plexischeibe befestigen, da diese Folie beim Anknabbern nicht wirklich essbar ist.

Für die Einrichtung des Käfigs bitte auch die Hinweise zum Tierschutzwidrigem Zubehör beachten.

LG Conny

18

Sonntag, 7. November 2004, 17:08

@all... danke für die komplimente... lächel...

@conny... kein thema... wenn man gute sachen ergänzt werden sie nur noch besser... und so soll es ja sein... zwinker...

LG
Karo und Shadow

Coldfire

unregistriert

19

Freitag, 12. November 2004, 15:50

Hallo Ozzy, :hand

man kann Hobbyglas oder auch Plexiglas als Bodeneinlage verwenden; wird nicht vom Urin angegriffen. :D

Aber bitte entweder als Einlegeboden oder als Boden mit Sichtschutz nach unten.
Meine Hamster laufen nicht über durchsichtige Flächen. :gruebel
Keine Ahnung ob das alle Hamster so halten, oder nicht, aber sicher ist sicher.

Auch gibt es noch einen ganz großen Unterschied zwischen Hobbyglas und Plexiglas: Hobbyglas ist extrem stark statisch aufgeladen; Plexiglas nicht so.

Liebe Grüße,
Claudia

20

Samstag, 13. November 2004, 15:25

Zitat

Original von Coldfire
man kann ...glas als Bodeneinlage verwenden...
Aber bitte entweder als Einlegeboden oder als Boden mit Sichtschutz nach unten.

Hmmmm, das verstehe ich irgendwie nicht wirklich???
Ein Boden mit Sichtschutz nach unten? Hilf bitte einem Fossil etwas auf die Sprünge :zwinker Ich kann mir da absolut nichts drunter vorstellen :gruebel ?(

Ist zwar kein Eigenbau, aber unsere 3 Aquas/Terras haben ja auch einen kompletten Glasboden (der natürlich auch eingestreut ist).
Und da ich die Terras natürlich nicht an Siemens-Luftdübeln aufhängen kann, sind da Schränke drunter...

LG Conny