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Freitag, 11. März 2011, 18:20

Die häufigsten Hamsterkrankheiten - Übersicht

Hallo! :hand

Wenn ein Hamster plötzlich erkrankt, ist schnelle und kompetente Hilfe enorm wichtig.

In diesem Thread könnt ihr, wenn euer Hamster krank ist, wichtige Informationen zu den häufigsten Hamsterkrankheiten nachlesen und euch über den Tierarztbesuch sowie die Krankenpflege und Nachsorge informieren.

Ihr findet hier bisher Informationen zu folgenden Krankheiten:


  • Augenentzündungen
  • Blasenentzündung
  • Gebärmutterentzündung
  • Nassschwanzkrankheit (WetTail)
  • Tumore und Abszesse
  • Knubbel/Pfropfen in den Mundwinkeln („Extrataschen“)
  • Demodex-Milben (Haarbalg-Milben)
  • Pilzerkrankung
  • Diabetes
  • Rote Vogelmilbe
  • Leberzysten
  • Ovarialzysten (Eierstockzysten)
  • Haarlinge
  • Papova/Polyoma Virus (HaPV)
  • Verklebte / Vereiterte Duftdrüse bei Zwerghamstern


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Therapiebedürftig (29.10.2013)

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Freitag, 11. März 2011, 18:21

Augenentzündungen

(zusammengestellt von sam4dd)


Symptome:
- rotes, verklebtes Auge mit oder ohne Ausfluß

Erste Hilfe:
Das Tier sollte baldmöglichst zu einem Tierarzt.

Differentialdiagnose:
Erkältung, Lungenentzündung, Backentaschenproblem, Tumor

Diagnostik:
Der TA sollte anschauen:
- Zähne
- Backentaschen
- Hornhaut auf Verletzungen überprüfen (mittels farbigen Tropfen)

Therapiemöglichkeiten:
In der Regel, wenn es also nicht die anderen Erkrankungen sind, die oben aufgelistet sind:
- Augentropfen
- Augensalbe
- Baytril/Chloramphenicol zusammen mit Darmschutz (BBB)

Besondere Pflegemaßnahmen:
- besonders auf Erkältungsanzeichen achten (niest das Tier?)
Solange mit Tropfen/salbe behandelt wird:
- Sand aus dem Käfig entfernen
- auf Nesthygiene achten

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Freitag, 11. März 2011, 18:21

Die Blasenentzündung

(zusammengestellt von Corinna10)


Symptome:
- vermehrtes Trinken
- übermäßig nasse Toilette
- feuchtes Hinterteil – riecht nach Urin (bei uns war es ein „fischiger“ Gestank)
- oftmals machen die Tiere auch ins Nest
- Gewichtsverlust

Erste Hilfe:
- genügend Flüssigkeit zur Verfügung stellen, z.B. in Form von Gurke, Brei etc.
- Nistmaterial austauschen
- Klo reinigen

Auf jeden Fall spätestens am nächsten Tag den TA aufsuchen!!!

Diagnostik beim TA:
- Wenn möglich, eine Urinprobe mitnehmen. Hierzu dem Hamster am Vormittag ein Stück Gurke oder Brei geben und ihn gegen Mittag/ Nachmittag in die leere TB setzen und warten, bis er Pipi macht. Die Probe dann auf eine neue sterile Spritze ohne Nadel aufziehen und bis zum TA-Besuch kühlen!
Das Ganze geht natürlich auch mit einer leeren Ecktoi.
- Beim TA wird entweder die Probe untersucht oder versucht vom Hamster ein bisschen Urin zu bekommen. Meine Ta hat hierzu vorsichtig (!!!) die Blase ausgedrückt.
- Die Proben werden dann unter dem Mikroskop auf Blut, Entzündungsparameter und Kristallbildung untersucht.

Therapiemöglichkeiten:
- Behandlung mit AB (im gängigsten Fall Baytril 2,5% oral, 0,003ml je 10g Körpergewicht); bei Mittelhamstern mit Normalgewicht ab 135 Gramm meist eine Dosis von 0,04ml pro Tag für 10 Tage. Das entspricht ca. 1-2 Tropfen.

Unterstützend kann man den TA auf folgende Medikamente ansprechen:
- Astorin® FLUTD-Aid für Katzen (Dosierung s. Thread Lilijana - vermutlich Blasenentzündung )
- Reneel (homöopathisches Mittel)

Folgende Sachen kann man ohne Absprache geben:
- Cranberrysaft, ungesüßt und verdünnt. Diesen gibt es in der Apotheke, kostet dann aber auch ca. 8 Euro für 500 ml. Verdünnung: ca. 1 TL Saft auf 3 TL Wasser, bitte immer im extra Schälchen zusätzlich zum Wasser.
- verdünnten Blasen- und Nierentee
- Gurke und Brei – einfach alles, was „spült“

Besondere Pflegemassnahmen:
- tägliche (!) Reinigung und Desinfektion der Toilette (am Besten mit Kukident und heissem Wasser schrubben)
- Nest ersetzen, wenn feucht
- immer frisches Wasser zur Verfügung stellen
- wiegen / päppeln

Auch eine Blasenentzündung kann Schmerzen verursachen; solltet ihr das Gefühl haben, den TA bitte auf Metacam etc. ansprechen!

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Freitag, 11. März 2011, 18:22

Die Gebärmutterentzündung

(zusammengestellt von Christine85)


Symptome:
- auffälliger, unangenehmer Geruch
- evtl. eitriger Ausfluss/ feuchtes oder verklebtes Fell in der Genitalregion/ am Bauch
- evtl. Gewichtsabnahme, erhöhtes Schlafbedürfnis, Trägheit, Appetitlosigkeit

Es müssen nicht alle Symptome auftreten – einige Hamster sind trotz dieser schweren Krankheit die ganze Zeit über munter, nehmen nicht oder nur sehr wenig ab und verhalten sich völlig normal. Auch gibt es geschlossene Formen der Gebärmutterentzündung, bei denen kein Eiter austritt – der Geruch allein sollte einen also schon aufmerksam machen.

Erste Hilfe:
- bei normalem Verhalten und Gewicht: spätestens am nächsten Tag TA aufsuchen
- bei Gewichtsabnahme und/ oder auffälligem Verhalten: sofort Notfall-TA anrufen (um sich anzumelden) und dann mit dem Hamster hinfahren!
- für ausreichend Wärme und sauberes Nistmaterial sorgen

Untersuchung/ Behandlung beim Tierarzt:
- Abtasten
- evtl. Spülung der Gebärmutter/ Ausmassieren des Eiters
- je nach Zustand des Hamsters: Aufbauspritzen

Therapiemöglichkeiten:

- medikamentöse Behandlung:
Antibiotikum (meist Baytril/ Marbocyl/ Chloromycetin Palmitat)
Metrovetsan oder Alizin zur besseren Entleerung der Gebärmutter
gegebenenfalls z.B. Metacam als Schmerzmittel
BBB (BirdBeneBac) zur Unterstützung der Darmbakterien
Vitamine: Amynin (beim TA erhältlich), Vitacombex Na (aus dem Zoogeschäft) oder ein anderes, vom TA verordnetes, Vitaminpräparat

- operative Behandlung:
Entfernung der Gebärmutter


Besondere Pflegemaßnahmen:
- möglichst tägliches Wiegen (bei Gewichtsverlust ab 3-5g sofort erneut den TA kontaktieren)
- bei eitrigem Ausfluss: häufigeres Wechseln des Nistmaterials (je nach Stärke des Ausflusses sogar täglich)
- besonders sorgfältige Toilettenreinigung: Sand täglich komplett erneuern und Toilette heiß auswaschen
- Päppeln mit Gemüse-Babybrei und/ oder Porridge (Porridge nur in Absprache mit dem TA mit Milch zubereiten, da bei manchen Antibiotika keine Milchprodukte zu sich genommen werden dürfen), geschälten Sonnenblumenkernen, ... (Päppelthread)

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Freitag, 11. März 2011, 18:22

Die Nassschwanzkrankheit (Wet Tail)

(zusammengestellt von Schnuggel)


Anzeichen:
- tritt ausschließlich bei Hamstern im Alter von bis zu 8 Wochen auf
- Hamster ist träge
- Hamster frisst wenig
- Hamster trinkt wenig
- Hamster schläft sehr viel
- extremer Durchfall

Auslöser:
- wenn das Jungtier zu früh von der Mutter getrennt wurde
- wenn es zu großem Stress ausgesetzt ist
- bei mangelnder Hygiene
- bakterielle Infektion, meist durch Kolibakterien ausgelöst

Erste Hilfe:
- Frischfutter aus dem Käfig nehmen
- nichts Fettes (Nüsse, Mehlwürmer usw. ) verfüttern
- Tierarzt anrufen und am Besten sofort hinfahren
- frisches Wasser so nah wie möglich an den Schlafplatz stellen

Tierarzt-Behandlung:
- bei Durchfall gerne gegeben ist BirdBeneBac (BBB), das aber zeitlich versetzt zu Antibiotika gegeben werden sollte
- der Arzt sollte das Tier gut untersuchen und wiegen

Folgende Arzneimittel sollten dem Tier gegeben werden:
- Antibiotika
- Enrofloxacin (Baytril)
- Vitaminsubstitutionen
- Laktobazillus (oben genanntes BBB)
- Infusionslösung mit Glukosezusatz

Fragen an den Tierarzt:
Lassen Sie sich gründlich erklären wie Sie die Arzneimittel weiter geben müssen. Denn das richtige Einnehmen ist lebenswichtig. Häufig verläuft die Nassschwanzkrankheit innerhalb von 48 Stunden nach Ausbruch tödlich.

Tierarztkosten:
Natürlich sind die Kosten sehr schwankend, was auch davon abhängt, ob Sie am Wochenende zum Arzt müssen oder zu den normalen Öffnungszeiten (wegen Wochenend- und Feiertagszuschlag). In der Regel kostet es um die 15 Euro.

Nachbehandlung:
- das Tier gut im Auge behalten
- alles so machen, wie der Arzt es verschrieben hat
- alle 2 Stunden Baby Gemüsebrei, Wasser und Kamillen- oder Schwarztee in einer Pipette oder kleinen Spritze ohne Nadel anbieten

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Freitag, 11. März 2011, 18:23

Tumore und Abszesse

(zusammengestellt von nightcat)


- Tumore sind allgemein betrachtet Entartungen von Gewebe, sie können gutartig oder bösartig sein.
- Abszesse sind abgekapselte Eiteransammlungen, die meist durch entzündete kleine Verletzungen entstehen


Symptome:
- „Knubbel“ am Körper, die sich hart anfühlen. Abszesse und gutartige Tumore lassen sich verschieben, bösartige Tumore (Krebs) sind fest mit dem umliegenden Gewebe verwachsen.

Erste Hilfe:
- Der Hamster sollte in jedem Fall einem Tierarzt vorgestellt werden. Selbst machen kann man nichts, man sollte auch nicht an dem Hamster herumdrücken und somit ein Aufplatzen des Knubbels riskieren.

Diagnostik beim TA:
- der TA wird den Hamster und den Knubbel abtasten, und eventuell eine Punktion vornehmen, um zu bestimmen, ob es ein Abszess oder ein Tumor ist.
- eine medikamentöse Behandlung kann mit Tarantula (ein homöopatisches Mittel) oder Tensolvet (Gel zum Auftragen auf die Haut) vorgenommen werden. Beide Mittel sollen das Gewebe zusammenziehen und den Umfang des Abszesses oder Tumors verkleinern.
- bei einem Abszess wird der TA diesen öffnen, den Eiter herausdrücken und die Wunde desinfizieren. Je nach Größe des Abszesses muss die Wundhöhle genäht werden. Dies erfolgt entweder unter örtlicher Narkose (wenn der Abszess an einer gut erreichbaren Stelle liegt) oder unter Vollnarkose.
- bei einem gutartigen Tumor ist zu überlegen, ob eine Operation sinnvoll ist. Dies sollte vom Gesundheitszustand des Hamsters, Größe und Lage des Abszesses abhängig gemacht werden.
- ein bösartiger Tumor sollte auf jeden Fall operiert werden, wenn es der Gesundheitszustand des Hamsters zulässt. Hier sollte eine OP so schnell wie möglich erfolgen, damit der Tumor nicht weiter streuen kann.

Weitere Behandlung:
- nach einer OP oder Abszessbehandlung muss der Hamster, bis die Wunde ausgeheilt ist, auf Toilettenpapier gehalten werden, damit keine Streu oder Sand in die Wunde kommt.
- Weiterhin sollte alles an Einrichtung bis auf das Haus sowie Tränke, Wasser- und Futterschalen aus der Behausung geräumt werden, um die abheilende Wunde zu schützen.
- der Hamster bekommt ein Antibiotikum und ggf. ein Schmerzmittel, zusätzlich kann Traumeel gegeben werden
- regelmäßige Kontrolle der Wunde, ggf. Desinfektion
- bei bösartigen Tumoren Kontrolle, ob der Tumor gestreut hat
- bei Abszessen Spülung, wenn man sich das zutraut und wenn es notwendig ist (Mini hat das in folgendem Thread gemacht: 'Knubbel' neben dem Kinn )

Besondere Pflegemaßnahmen:
- bei bösartigen Tumoren: päppeln! Ein Tumor entzieht die Energie, die er für sein Wachstum braucht, dem Körper, egal wie viel Energie dann noch dem Körper bleibt. Zusätzlich sollten auch Vitaminpräparate gegeben werden, damit auch hier eine ausreichende Versorgung des Tieres gewährleistet ist.

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MrsLuzie (28.04.2016)

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Freitag, 11. März 2011, 18:23

Knubbel/Pfropfen in den Mundwinkeln („Extrataschen“)

(zusammengestellt von lady hamster, Zorala und Pandarine)

Beschreibung

Die Pfropfen/Knubbel bestehen aus einem Sekret, welches sich über einen gewissen Zeitraum zu den Pfropfen aufbaut. Sie kommen ausschließlich bei Dsungaren und Campbells vor, da diese im Bereich der Mundwinkel bzw. am Übergang vom Lippenrand zur Maulschleimhaut eine kleine Tasche aus Binde- und Muskelgewebe haben, welche dieses Sekret produziert (und zum Markieren von Backentascheninhalten dient). Diese "Extrataschen" befinden sich vor den Backentaschen.
Das weißlich-gelbe Sekret kann sehr stinken, ist jedoch keine Entzündung.

Wichtig:
Der Gestank kommt von dem Sekret. Er darf nicht mit Eitergeruch verwechselt werden.
(Eiter kann jedoch zusätzlich durch eine Entzündung auftreten)


Symptome

- sichtbare Beläge/“Pfropfen“ rechts und links in den Mundwinkeln (evtl. auch nur einseitig), weißlich-gelbliche Färbung
- Evtl. übel riechender Gestank aus dem Mäulchen
- Evtl. feuchte Brust durch „Sabbern“


"Joschi" von Pandarine


"Joschi" von Pandarine


Erste Hilfe

- Den Hamster beim Tierarzt vorstellen
- viele Tierärzte kennen diese Problematik nicht und halten die Stellen für Fisteln oder Entzündungen (auch wegen des Geruchs).
Sinnvoll ist es daher, den Artikel aus Mammalian Species, Phodopus cambelli 2.Seite, 2.vollständiger Absatz, auszudrucken und mitzunehmen.

Behandlung beim Tierarzt und Therapie

- gründliche Untersuchung des Mundbereiches und der Backentaschen
- Pfropfen vorsichtig mit einem Wattestäbchen oder einer Pinzette abtragen und sanft und zügig mit 10%igem Jodoformäther betupfen, dieser trocknet die Stellen aus und desinfiziert
(- hilfreich kann in manchen Fällen auch ein Ausspülen der Taschen mit steriler Kochsalzlösung sein)
- sollte keine Entzündung vorliegen, helfen Antibiotika nicht, ein erneutes Auftreten der Knubbel zu verhindern
- wenn zusätzlich eine leichte Entzündung vorliegt, kann das Einsetzen eines lokalen Antibiotikums Abhilfe schaffen (Einsetzen von kleinen Stückchen eines sog. Leukasekegels)


Weiterführende Therapie zu Hause nach Absprache mit dem TA/Arzneimittel

- Jodoformäther (Jodoformium plv. 5,0g - Aether ad 50,0g), der in der Apotheke angemischt wird.

Die Pfropfenproblematik verläuft meist chronisch.
Wenn man es sich zutraut und der TA einem genau gezeigt hat, wie man vorgehen muss, kann man die weitere Behandlung selbst fortführen (Kontrollen beim TA einplanen).
Bei einigen Hamstern reicht eine intensive Behandlung (2xtgl. mit Jodoformäther betupfen) über 1-2 Wochen aus, dann genügt eine regelmäßige Kontrolle und mit schnellem Eingreifen bei zu starkem Pfropfenaufbau bekommt man es schnell wieder hin.

Andere Hamster benötigen eine regelmäßige Behandlung 1x alle 2-3 Wochen.
Die Erkrankung ist weder ansteckend, noch lebensgefährlich. Werden die Ablagerungen allerdings zu groß, bekommt der Hamster Probleme beim Fressen, insbesondere beim Hamstern.
Meistens bekommt man diese Ablagerungen auf Dauer nicht ganz weg, was aber auch nicht allzu schlimm ist, solange sie nicht zu groß werden.

Links zu Krankheitsverlauf-Beispielen:
Eitrige Tasche neben Eingang zur Backentasche
Joschi hat fiese Eiterknubbel im Mäulchen
Eiterknubbel im Mäulchen

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Freitag, 11. März 2011, 18:24

Demodex-Milben (Haarbalg-Milben)

(zusammengestellt von Verena72)

Erläuterung:
Demodex-Milben leben in JEDEM Hamster. Die Übertragung der Milben erfolgt in den ersten Lebenstagen von der Mutter auf ihre Welpen.
Von einer Erkrankung spricht man erst, wenn sich die Milben übermäßig vermehren und das Immunsystem sie – wie bei gesunden Hamstern – nicht mehr auf einem Normalmaß halten kann.
Eine unerkannte Demodex-Erkrankung führt oft zum Tod des Hamsters, da der Juckreiz starke epileptische Anfälle auslösen kann, an denen der Hamster dann sterben kann.

Eine Demodex-Erkrankung bei einem Hamster kann kaum geheilt werden, nur eingedämmt! Da es sich um eine erbliche und generalisierte Demodikose handelt, ist die Behandlung sehr langwierig. Eben derart langwierig, dass die Demodex-Erkrankung kaum innerhalb der Lebenszeit des Hamsters geheilt werden kann.
(Würde der Hamster naturbedingt wesentlich länger leben, wäre natürlich eine Heilung möglich).
Aber mit der richtigen Medikation und Behandlung kann ein erkrankter Hamster ein beschwerdefreies, langes Hamsterleben führen.

Ein erkrankter Hamster muss allerdings meist sein Leben lang Medikamente bekommen!


(mögliche) Anzeichen:
- Fellverlust/lichtes Fell (bei Teddys oft beginnend zwischen den Schulterblättern)
- Hautrötung
- Juckreiz
- schuppige Haut

Hier gut zu erkennen: Hautrötung und Fellverlust beim Teddy an den Schulterblättern
(Fellverlust breitet sich schnell aus)


Nach zwei Behandlungen: Fell wächst schon wieder nach,
Haut nur noch leicht gerötet.



Demodex beim kurzhaarigen Goldhamster: Fellverlust eher im unteren Rückenbereich
(über dem Po) zu finden. Dieser Hamster hatte kaum Hautrötung während der
Erkrankung



Nach ein paar Behandlungen: Fell bereits teilweise nachgewachsen.
(Gut zu erkennen hinsichtlich Unterscheidung zu Pilz: KEINE schuppigen Öhrchen
trotz Fellverlust)




Auslöser:
- schwaches Immunsystem
- Stress
- Sekundärerkrankung (andere unentdeckte schwerwiegende Erkrankung liegt zusätzlich vor)
- Ansteckung durch andere Hamster (zusätzliche vermehrte Aufnahme von Demodex-Milben durch abgestreifte Haare erkrankter anderer Hamster z.B. im Auslaufgehege, wenn das Immunsystem des Hamsters nicht intakt ist)


Erste Hilfe:
- Tierarztbesuch


Tierarzt-Behandlung:
- genaue Sichtung/Untersuchung des Tieres
- Ausschluss von Pilzerkrankung (Symptome ähneln sehr) durch ggf. Ableuchten mit der Woodschen Lampe, Untersuchung der Hautschuppen und ausgezupftem Fell unter dem Mikroskop, bei Unsicherheit Pilzkultur anlegen
- kleines oberflächliches Hautgeschabsel der obersten Hautschichten einer entsprechend auffälligen betroffenen Körperstelle (dafür ist keine Narkose notwendig!) und Untersuchung des Hautstückes unter dem Mikroskop (oftmals lassen sich die Milben durch Zusammendrücken des Hautstückes ganz einfach aus den Haarbalgen herausquetschen)
Hinweis: nicht immer wird ein entsprechendes Hautstück erwischt, in dem sich auch Milben vorfinden; eine Erkrankung (gerade wenn die Krankheit noch nicht so arg fortgeschritten ist, kann trotzdem vorliegen)

Folgende Arzneimittel sollten dem Tier gegeben werden:
- Advocate (für große Katzen 4 bis 8 kg)
Dosierung: Hamster bis 100 gr. – 1 Tropfen in den Nacken
Hamster bis ca.160 gr. – 2 Tropfen in den Nacken
Hamster über 160 gr. – 3 Tropfen in den Nacken
Unbedingt zusätzlich:
- Vitamin B-Komplex (vorrangig B12) zum Schutz der Leber/Niere, da dieses Medi (wie alle Milben-Medis) stark auf die Leber geht
(Sehr gut geeignet ist hier Catosal –wird vom Tierarzt gespritzt – Dosierung bei einem 160 gr.-Hamster:
4 i.E. – Internationale Einheiten – Catosal….bei Hamster mit anderem Gewicht muss der Tierarzt entsprechend umrechnen - Catosal kann aber auch oral verabreicht werden: 3 bis 4 Tropfen mit Babybrei gemischt verfüttern.
Sofern der Hamster mit Dectomax gespritzt wird, Catosal direkt mit in einer Spritze aufziehen und beides zusammen spritzen; sofern der Hamster mit Advocate gespotet wird, Catosal am besten per Babybrei verabreichen; am Tag des Spotens 3 bis 4 Tropfen Catosal mit Babybrei geben, das an den nächsten Tagen (für 1 Woche) täglich wiederholen....dann beim zweiten Spotens wieder mit Catosal für 1 Woche anfangen.....usw. - also immer, wenn man dem Hamster Advocate in den Nacken getan hat, ab dem Tag 7 Tage lang abendlich Catosal mit Babybrei geben)
Vorteil von Catosal: Puscht ebenfalls den Stoffwechsel, Unterstützt das Immunsystem, durch die Spritze keine zusätzliche orale Gabe vom (bitteren) Vitamin B12 täglich daheim

Falls eine Behandlung mit Advocate nicht anschlägt:
- Dectomax (gespritzt) zusammen mit Catosal in einer Spritze aufgezogen
Dosierung wäre bei einem 160 gr.-Hamster:
2 internationale Einheiten (i.E.) Dectomax + bis zu 4 i.E. Catosal
(Dosierung muss der Tierarzt entsprechend des tatsächlichen Hamstergewichtes umrechnen)

Dectomax hat andere Wirkstoffe als Advocate.
Wenn das eine nicht wirkt, dann wirkt das andere!


Behandlungsverlauf:
Erst einmal muss das Tier so mit dem Medi eingestellt werden, dass es beschwerdefrei wird!
Nach der ersten bzw. zweiten Behandlung sollte sich bereits rasch eine erste Besserung einstellen.
Das zweite und das dritte (ggf. auch vierte) mal sollte der Hamster alle 10 Tage das Medikament bekommen.
Sofern der Hamster nach der vierten Behandlung beschwerdefrei ist, kann man den Abstand der nächsten Medikamentengabe auf 14 Tage erhöhen. Eine weitere Behandlung nach weitern 14 Tagen.
Sofern der Hamster immer noch beschwerdefrei ist, kann der Abstand auf 21 Tage erhöht werden. Danach noch mal nach 21 Tagen.
Dann auf 28 Tage erhöhen……usw.

Sollte sich zwischen zwei Behandlungen der Zustand wieder verschlechtern, die Haut röten, das Fell wieder lichter werden etc., dann war der Behandlungsabstand zu lang gewählt und man geht für ein paar Behandlungen lang ein paar Tage im Abstand zurück, bis sich der Zustand wieder einpendelt und der Hamster beschwerdefrei über mehrere Behandlungen bleibt.

Sollte nach der dritten/vierten Behandlung kein beschwerdefreier Zustand erreicht sein, muss ggf. über einen Medikamentenwechsel nachgedacht werden!! (Advocate zu Dectomax bzw. Dectomax zu Advocate…..+ immer dabei Catosal bzw. Vitamin B12)


Besondere Maßnahmen an die Haltung/Hygiene:
Keine erforderlich im Hamsterheim! Teilstreuwechsel u. Nestreinigung wie gewohnt.


Ansteckung:
Auslauf mehrer Hamster im gleichen Auslaufgehege sollte zumindest so lang vermieden werden, bis der erkrankte Hamster mit Medikamenten komplett beschwerdefrei eingestellt ist.
Weitere Hamster im Haushalt genau beobachten, ob sich dort auch eine Erkrankung zeigt.
Erkrankten Hamster am besten separat Auslauf gewähren.
Immunstarke gesunde Hamster stecken sich in der Regel nicht leicht an.


Tierarztkosten:
schwankend, je nach Medi.
Advocate 0,8 ml für daheim ca. 8 Euro – reicht aber für mehrere Anwendungen.
(Bei Zimmertemperatur dunkel lagern!)
Dectomax/-Catosal Spritze ca. 10 Euro
zusätzlich Tierarzthonorar


Nachbehandlung:
Die Behandlung dauert meist ein Leben lang an!
Wird sie unterbrochen, setzen schnell die Symptome wieder ein.
Je länger ein Hamster das Medi schon bekommen hat, desto größer werden meist die Abstände, an dem die Medikamentengabe erfolgen muss.
Hamster, die z.B. schon 1 Jahr lang die Medis bekommen, pendeln sich oft bei 8 bis 10 Wochen (oder noch länger) ein, an dem Medis gegeben werden müssen.

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Robo und Co (25.09.2016)

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Freitag, 11. März 2011, 18:24

Pilzerkrankung

(zusammengestellt von Verena72)

Erläuterung:
Zu unterscheiden sind Erkrankungen durch Dermatophyten und durch Hefepilze.
Meist erkranken Hamster an Dermatophyten (oft eine Trichophyton-Art), seltener an Hefepilzen.
Pilzerkrankungen beschränken sich nicht auf nur einen Teil des Hamsterkörpers, auch wenn (zuerst) nur an einem Körperteil (z.B. Ohren; hier sichtbare Schuppen) Symptome zu erkennen sind, sondern sie verbreiten sich unsichtbar über den ganzen Körper des Tieres. Daher ist eine ganzheitliche Behandlung des Tieres notwendig!


(mögliche) Anzeichen:
- Fellverlust
- Hautrötung
- Juckreiz
- schuppige Haut
(gerade zu Beginn der Pilzerkankung oftmals schuppige Ohren und Augenränder, manchmal auch oberhalb der Nase)

Hier gut zu erkennen: schuppige Ohren und leicht "franselig" aussehende Augenränder:



Bei starkem Befall findet man auch ggf. beige-farbene Schuppenplatten auf den Pfötchen:





Auslöser:
- schwaches Immunsystem
- Stress (dadurch geschwächtes Immunsystem)
- Sekundärerkrankung (andere unentdeckte schwerwiegende Erkrankung liegt zusätzlich vor)
- Ansteckung durch andere Hamster (z.B. im Auslaufgehege)
- Einschleppen des Pilzes durch pilzbefallenes Heu, Streu etc.
- Übertragung durch den Menschen, wenn er mit Pilzen in Berührung gekommen ist (z.B. Kontakt zu anderen erkrankten Tieren)
- Folgeerkrankung, wenn z.B. eine vorherige Erkrankung des Hamsters mit Antibiotika oder Kortison behandelt wurde, da diese Medikamente das Immunsystem blockieren


Erste Hilfe:
- Tierarztbesuch


Tierarzt-Behandlung:
- genaue Sichtung/Untersuchung des Tieres
- Ableuchten mit der Woodschen Lampe (Nachweis von Dermatophyten, 50 bis 80% zeigen eine leuchtend grüne Fluoreszenz)
- Untersuchung von Hautschuppen und ausgezupftem Fell unter dem Mikroskop
- Pilzkultur anlegen
Hinweis:
Trotz fehlender Fluoreszenz beim Ableuchten mit der Woodschen Lampe kann das Vorhandensein von Hautpilzen nicht ausgeschlossen werden; ebenso falls ein Pilztest negativ ausgefallen sein sollte.
- die Art des Pilzes sollte unbedingt festgestellt werden, um eine Behandlung mit einem für den Pilz geeigneten Medikament durchführen zu können, denn nicht jedes Medikament hilft gegen jeden Hautpilz!


Folgende Arzneimittel sollten dem Tier gegeben werden:
Es gibt für jede Pilzart eine Reihe an Medikamenten, die gut wirksam sind.
Hierbei sollte unbedingt das Tier an sich und sein Charakter berücksichtigt werden (zahmer Hamster oder scheu, lässt sich gut anfassen oder nicht etc.) und danach eine geeignete Behandlungsart und ein Medikament ausgewählt werden.

Mögliche Medikamente bei Hefepilz:
- Ketokonazol (Fluconazol, Itraconazol, Miconazol…allgemein: Gruppe Azole)
- Medikamente mit Wirkstoff Nystatin
- Medikamente mit Wirkstoff Amphotericin B
Durch die in verschiedenen Zubereitungsformen erhältlichen Medikamente (z.B. Pulver, Paste) können die Medikamente gut an die „Behandlungsbedürfnisse“ (z.B. orale tägliche Gabe auf Babybrei) angepasst werden.

Mögliche Medikamente bei Dermatophyten:
- Badekur mit Imaverol
(alle 4 Tage, mind. 5 mal, 4,4 ml auf 200 ml handwarmes Wasser, Hamster damit komplett und gleichmäßig nass machen, Kopf mit benetzten Fingern vorsichtig einreiben, Hamster trockenrubbeln und unter Wärmequelle mit geeignetem Abstand trocknen lassen)
- orale Gabe von Itrafungol (Wirkstoff: Itraconazol) auf Babybrei: je nach Gewicht des Hamsters (vom TA ausrechnen lassen, z.B. bei 130 Gramm plus - Hamstern 4 Tropfen) täglich 7 Tage mit Babybrei vermischt geben....dann 7 Tage Pause....dann wieder 7 Tage das Itrafungol täglich....wieder 7 Tage Pause....wieder 7 Tage Itrafungol - so lange, bis der Pilz definitiv weg ist. Das kann gut und gerne schon mal 4 bis 5 Medikamentenwochen (also insgesamt dann 8 bis 10 Wochen) dauern.
- Spritzenkur mit Insol Dermaphyton (taggenau alle 10 Tage vom Tierarzt spritzen lassen, 3 mal, leider sehr teuer, eine Spritze kostet ca. 20 Euro)
- Tabletten Licodin M (zerbröselt, kann auf Babybrei gegeben werden, mind. 28 Tage täglich, tägliche Menge – z.B. ¼ Tablette - vom Tierarzt nach Gewicht des Hamsters ausrechnen lassen)
- PROGRAM (eigentlich ein Flohmittel, bei dem durch Zufall entdeckt wurde, dass es auch gegen Pilz wirkt)

Unbedingt IMMER zusätzlich:
- Vitamin B-Komplex (vorrangig B12) zum Schutz der Leber/Niere, da diese Medis stark auf die Leber geht
(Sehr gut geeignet ist hier Catosal –wird vom Tierarzt gespritzt – Dosierung bei einem 160 gr.-Hamster:
4 i.E. – Internationale Einheiten – Catosal... bei Hamster mit anderem Gewicht muss der Tierarzt entsprechend umrechnen)
Vorteil von Catosal: Puscht ebenfalls den Stoffwechsel, unterstützt das Immunsystem, durch die Spritze keine zusätzliche orale Gabe von (bitterem) Vitamin B12 täglich daheim


Behandlungs-/Heilungsverlauf:
Pilzmedikamente wirken meist nicht direkt, da sie oftmals von der Wirkweise her die Zellmembranbildung der Pilze stören oder das Wachstum und die Vermehrung hemmen.
D.h. einen großen Teil der „Heilung“ tätigt das Immunsystem des Hamsters selbst.
Daher sollte ausreichend lange, oft mehrere Wochen oder sogar über Monate (je nach Medikament und Wirkstoffweise) behandelt werden.
Auch wenn die Symptome abklingen, nicht sofort mit der Behandlung aufhören, sondern an die verordnete Behandlungsdauer des Tierarztes halten und ggf. noch mal vorstellig werden, um sicherzugehen, ob die Behandlung beendet werden kann.


Wechselwirkungen/abzuraten von:
- Fütterung von Zucker (Obst, zuckerhaltige Leckerlis wie Rosinen, Bananenchips)
- Behandlung mit Kortison gegen den Juckreiz, da Kortison das Immunsystem blockiert. Ein aktives Immunsystem ist hier aber besonders wichtig (siehe Behandlungs-/Heilungsverlauf)!! Zudem kann, falls die Diagnose Pilz noch nicht 100% nachgewiesen werden konnte, durch das Kortison meist keine eindeutige Diagnose mehr erstellt werden.
- Behandlung mit Antibiotikum (wenn ggf. eine weitere/zusätzliche Erkrankung vorliegt), blockiert das Immunsystem.
- Surolan:
oft wird geraten, dies auf die betreffenden Hautstellen zu reiben. Grundsätzlich sollte Surolan nur auf fell-losen Hautstellen (z.B. Ohren) verwendet werden. Dies ist aber meist unnütz, da sich der Pilz in den allermeisten Fällen schon über den gesamten Körper verbreitet hat, obwohl nur z.B. Schuppen an den Ohren zu sehen sind. Daher nützt das Medikament eher nichts. Im Gegenteil: Surolan wird ggf. den Heilungsverlauf abbremsen, da es u.a. Polymycin-B-Sulfat (Antibiotikum) und Prednisolon-21-acetat (Kortison) enthält, was das Immunsystem blockiert. Zudem verklebt Surolan die Haut und bildet Rückstandsschuppen, was sehr unangenehm für den Hamster ist.

Alternative zu Surolan: Gut eignet sich Clotrimazol. Bei starkem Befall einzelner Körperstellen (z.B. Öhrchen) kann dies nach Absprachen mit dem TA zusätzlich verwendet werden. Clortrimazol ist flüssig und lässt sich, auf einen Finger getropft, leicht und gut auf die Stellen auftragen. Wichtig ist, wenig zu verwenden, da sonst zu stark belastend. (Z.B. pro Öhrchen nur ein kleiner Tropfen).


Besondere Maßnahmen an die Haltung/Hygiene:
Besondere Hygienemaßnahmen sind dringend erforderlich!
Nach anfassen des Hamsters oder von Gegenständen im Käfig – Hände gründlich waschen.
Kontakt mit Kleidung vermeiden. Dies vor allem, wenn weitere Hamster im Haushalt leben.
Am besten räumliche Trennung von anderen Hamstern.
Separates Auslaufgehege.

Behausung:
Erstreinigung nach Krankheitsauftritt
Alles aus Keramik und Plastik (Laufrad) gründlich waschen, mit geeignetem Desinfektionsmittel (z.B. Bactazol) desinfizieren und nochmals gründlich spülen.
Behausung auswaschen, desinfizieren, nachwaschen, neu einstreuen, neues Nestmaterial geben. Auf ggf. Heu verzichten.
Alle Holzgegenstände und Kork im Ofen ausbacken (100 Grad, eine gute Stunde). Alles, was an Holz/Kork nicht in den Ofen passt, am besten entsorgen. (Ggf. können diese großen Gegenstände auch klitschnass mit Bactazol eingesprüht und draußen durchgetrocknet werden, was aber keine komplette Abtötung des Pilzes bewirkt!!)

Hinweis:
Es gibt kein Desinfektionsmittel, was 100 % auf rauen Flächen (Kork, Holz) Pilz abtötet, da dieser auch tief innen sitzt, ohne schädlich für den Hamster zu sein. Bitte keine Experimente und nur für Tierzubehör geeignetes Desinfektionsmittel (was wenigstens etwas wirkt) verwenden.

Folgereinigung:
Wie Erstreinigung, alle 7 Tage.

Der Hamster sollte auch weiterhin sein gewohntes Streu/Sand und Nistmaterial in der Behausung haben dürfen und besser nicht auf Küchenrollenschnipseln und Noteinrichtung gehalten werden, da dies Stress für den Hamster bedeutet.
Stress sollte unbedingt vermieden werden, da Stress das Immunsystem schwächt.

Sobald der Pilz eingedämmt ist und keine Medikamente mehr gegeben werden, komplette Einrichtung (Haus, Ebenen, Kork….) gegen neue Einrichtung austauschen, um Neuansteckung zu vermeiden.


Ansteckung:
Ansteckung anderer im gleichen Haushalt lebender Tiere ist möglich, z.B. durch Ansteckung im Auslauf, oder aber durch den Menschen selbst (Hände, Kleidung).
Auch Menschen können sich ggf. an der Pilzerkrankung anstecken.

Tierarztkosten:
je nach Medikament und Behandlungsdauer geschätzt zwischen 40 und 80 Euro, ggf. auch mehr, falls das zuerst verabreichte Medikament nicht anschlägt und zu einem anderen Medikament gewechselt werden muss (verlängerte Behandlungsdauer)

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Freitag, 11. März 2011, 18:25

Diabetes
(zusammengestellt von Gosia)

Zur Krankheit selbst:

- Die Veranlagung zu Diabetes kann vererbt werden, aber nicht die Krankheit selbst!
- Es muss nicht passieren, dass die Nachkommen von Eltern/Großeltern mit Diabetes auch an Diabetes erkranken werden
- Es gibt keine Garantie, dass Kinder von Eltern, die nicht an Diabetes erkrankt sind, selbst kein Diabetes bekommen werden
- Es gibt kritische Lebensphasen:
3-4 Lebensmonat
10-12 Lebensmonat
- Ausnahmen sind immer möglich
- Es erkranken öfter Weibchen als Männchen, diabeteserkrankte Weibchen sterben früher als Männchen
- Oftmals verfallen die Tiere kurz bevor sie sterben in einen komatösen Zustand, die Giftstoffe werden nicht mehr gefiltert und das Gehirn wird durch die Giftstoffe ausgeschaltet. Ein Tier in so einem Zustand bekommt meist nichts mehr mit und wird innerhalb von wenigen Stunden versterben. Dann ist keine Hilfe mehr möglich (man kann das Tier vom TA einschläfern lassen, das entscheidet der Tierhalter selbst)

Anzeichen von Diabetes:

- Hyperaktivität/ständige Wachzeiten
- Juckreiz kann vermehrt auftretten
- Der Urin riecht süßlich und klebt
- Auch Blasenentzündung oder Nierenerkrankung (Bauchspeicheldrüse?) sind möglich bei diesen Anzeichen


Erste Hilfe:

- Bei Verdacht auf Diabetes denHamster mehrmals zu unterschiedlichen Zeiten nachtesten (mit Combur²)
Wichtig --> bei Aufregung und Stress schüttet der Körper Hormone aus, die sich negativ auf den Test auswirken können und der Test wird verfälscht!


Therapiemöglichkeiten:

Behandlung mit Pancreasome oral und Globuli

Ernährung (Teil einer Therapiemöglichkeit):

- Kein Obst und kein rot/gelbes Gemüse, sondern nur “grünes/weißes” Gemüse (Bsp. Brokkoli, Gurke, grüne Paprika, Zucchini, Salat und Sprossen)
- Sehr gut geeignet sind Sojasprossen
- Aus dem Hauptfutter muss aussortiert werden: Erbsenflocken, Mais, Johannisbrot, Rote Beete, Möhrenflocken
- Diese schlechten Kohlenhydrate meiden
- Tierisches Eiweiß + Proteine sind das A und O
- Ruhig dem Zwerg öfter Mehlwürmer und etwas fettreichere Nahrung anbieten (z. B. SBKs oder kleine Wallnusstückchen )
Diese Reserven sind sehr wichtig für "schlechte Zeiten"


Besondere Pflegemaßnahmen:

- Tägliche Reinigung und Desinfektion der Toilette
- Das Nestmaterial ersetzen wenn es feucht ist
- Nach anderen Pipiecken suchen (Streu kann schimmeln)
- Immer frisches Wasser und genügend Trinkstellen zur Verfügung stellen!
- Wiegen

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Freitag, 11. März 2011, 18:26

Rote Vogelmilbe
(zusammengestellt von mcmelanie79 und BarbaraW)


Die rote Vogelmilbe gehört zur Gattung der Spinnentiere. Wissenschaftlicher Name: Dermanyssus gallinae.
Männchen erreichen eine Körperlänge von ca. 0,65 Millimeter, Weibchen werden mit 0,75 Millimetern etwas größer (nach einer Blutmahlzeit können die Weibchen sogar eine Länge von zwei Millimetern erreichen). Larven, Nymphen und Männchen sind weißlich bis grau gefärbt. Die Weibchen der Roten Vogelmilbe erscheinen nach der Nahrungsaufnahme rot oder schwarz.
Larven, die Blut gesaugt haben, sind mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Die Rote Vogelmilbe sucht ihren Wirt hauptsächlich nachts für ein bis zwei Stunden auf, um Blut zu saugen. Tagsüber verstecken sie sich meist im Nistmaterial oder in direkter Nachbarschaft der Nester.


Entwicklung/Lebenszyklus:
Aus den weißlichen, ovalen Eiern schlüpfen nach zwei bis drei Tagen die Larven. Noch vor der ersten Nahrungsaufnahme häutet sich diese Larve innerhalb von 24 Stunden zur Protonymphe. Diese sucht sich sogleich einen Wirt und beginnt Blut zu saugen. Es entwickeln sich nach erneuter Häutung männliche oder weibliche Milben.
Unter optimalen Bedingungen beträgt der komplette Lebenszyklus der Roten Vogelmilbe lediglich eine Woche.
Nach einer Blutmahlzeit können die Weibchen längere Zeit hungern.
Bestenfalls können die Tiere ohne weitere Nahrungsaufnahme bis zu 190 Tage überleben. Bei Nahrungsmangel kann die Rote Vogelmilbe verschiedene Säugetiere, darunter auch den Menschen, befallen.


Möglichkeiten der Einschleppung/Auslöser:
- sehr häufig durch Heu / Einstreu / Futter
- gebrauchte Eierverpackungen (als „Spielzeug“ im Käfig verwendet)
- Zubehör aus Holz/Kork etc., da keine sterile Herstellung
- über den Mensch, wenn dieser Kontakt zu Vögeln hat
- Äste/Blätter von draußen
- Vogelnester vor Fenstern


Ansteckung:
Primär lebt die Milbe auf und von Vögeln. Ist dieser Wirt nicht verfügbar, sucht sich die Milbe einen neuen Wirt, z.B. einen Hamster. Generell ist nicht davon auszugehen, dass die Milbe den Mensch als Wirt nimmt. Geht ihr allerdings die Futterquelle aus, ist es durchaus möglich.
Die Milbe gilt als Überträger verschiedener Viruskrankheiten und anderer Krankheiten.


Mögliche Symptome/Anzeichen eines Befalls:
- Juckreiz (Hamster dadurch unruhig)
- vermehrtes Kratzen
- Entzündungen der Bissstellen
- Fellverlust
- schuppige Haut
- Hautreizung/Verkrustung
- Gewichtsverlust
- apathische Phasen wechseln mit Hyperaktivität.


Erste Hilfe:
umgehender Tierarztbesuch.


Diagnostik beim Tierarzt:
Der Tierarzt sollte immer die Art der Milbe bestimmen, da es auch Unterarten gibt oder möglicherweise andere blutsaugende Milben.
Mittels eines Tesafilmstreifens (Tesa-Abklatsch) werden die gesichteten Tiere und Larven vorsichtig aufgenommen („aufgeklebt“) und zum Tierarzt zur mikroskopischen Untersuchung mitgenommen.
Zusätzlich Untersuchung des Hamsters: Allgemeinzustand, Augen, Gewicht, Verhalten


Therapiemöglichkeiten:
- Spot On mit Stronghold oder Advocate (Wirkstoff: Selamectin)

Die Menge der Medikation sowie die Dauer der Behandlung wird vom Tierarzt genau festgelegt. Sie ist abhängig von der Schwere des Befalls, der Anzahl betroffener Tiere aber auch der Gründlichkeit der Reinigung durch den Tierhalter.


Desinfektions-Maßnahmen:
Gründliche Reinigung und Desinfektion (z.B. mit Bactazol) des gesamten Hamsterheimes, Holzteile können bei 125 Grad ca. eine Stunde im Backofen gebacken werden, Glas- oder Keramikteile mit sehr heißem Essigwasser gründlich spülen.
Die Entsorgung von verseuchter Streu und befallenen Einrichtungsgegenständen sollte konsequent sehr vorsichtig vorgenommen werden, die Streu nicht im Hamsterzimmer herumgestaubt werden.
Die Tüten mit der Streu sollten mit Paralspray besprüht und gut verschlossen werden, bevor sie entsorgt werden.
Besonders gerne verstecken sich die Milben und ihre Eier in Ecken von Pappkartons, unter Hanfmatten u.ä.
Nach der Reinigung eigene Bekleidung direkt waschen und alle Räume gut durchsaugen.
Die Einrichtung/Einstreu nach der Reinigung sollte die nächste Zeit eher spartanisch gehalten werden, um den Desinfektionsaufwand zu reduzieren.

Die komplette Reinigung des Nagerheims sollte aufgrund des Zyklus der Milbe alle drei bis vier Tage erfolgen - über einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen.
Die Dauer ist abhängig von der Schwere des Befalls und der Dauer der Medikamenten-Behandlung.


Weitere Möglichkeiten zur Milbenabwehr bei Einrichtungsgegenständen und Streu:
Kieselgur:
Als nützlich hat sich auch die sog. Kieselgur erwiesen - eine weißliche, pulverförmige Substanz, die hauptsächlich aus den Siliciumdioxidschalen fossiler Kieselalgen besteht. Kieselgur wird als Puder angeboten. Dieser kann in die Ecken des Häuschens gegeben werden, aber auch in Maßen zwischen die Einstreu und in Ritzen und Ecken. Sie bewirkt, dass darüber krabbelnde Milben und Larven sozusagen aufgeschlitzt werden, auslaufen und vertrocknen. Das Mittel - z.B. von Agrinova - ist rein biologisch.
Allerdings kann es bei der Anwendung von Kieselgur zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, wie Hustenanfälle (beim Mensch), extreme Trockenheit der Augen und Nasenschleimhäute (Mensch und Hamster), Fellveränderungen (Hamster). Daher sollten Mensch und Hamster unbedingt vor der Anwendung von Kieselgur testen, wie sie darauf reagieren!

Umgebungssprays:
Umgebungssprays, z.B. Interplex (beim Tierarzt erhältlich) können ebenfalls hilfreich bei der Bekämpfung der Roten Vogelmilbe sein. Damit können alle Gegenstände im Hamsterheim besprüht werden.

Die Kombination mehrerer Abwehrmaßnahmen über einen längeren Zeitraum von ca. 6-12 Wochen verspricht den größten Erfolg.

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Hamsterneuling (16.05.2014)

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Freitag, 11. März 2011, 18:26

Leberzysten
(zusammengestellt von Corinna10)


mögliche Symptome:
- Gewichtszunahme, teilweise bis zu 40g
- Inaktivität, Laufrad wird nicht mehr benutzt
- im fortgeschrittenen Stadium Appetitlosigkeit
- Bewegungseinschränkung, die Tiere haben oft Probleme, sich auf Ebenen hochzuziehen.
-von hinten betrachtet sehen die Tiere oftmals aus, als hätten sie einen Tennisball verschluckt (Birnenform)

Auslöser:
- vermutlich häufige Gabe von Medikamenten (z.B. Antibiotika und ganz besonders Pilzmedikamente/Milbenmittel) oder Tropfen mit Alkohol (z.B. homöopathische Medikamente wie Metrovetsan)
- externe Auslöser wie Bakterien oder Viren sind neben den o.g. Dingen bis dato nicht bekannt.
- Vererbung (?)
- unter Umständen führen Stürze auch zu Traumata der Leber und können somit Leberzysten begünstigen (vgl. Ewringmann’s Leitsymptome bei Hamster, Ratte und Rennmaus)

Erste Hilfe:
-sofortiger TA Besuch

Diagnostik beim TA:
- Anfertigung eines Ultraschalls beim TA, da hier wesentlich besser die flüssigkeitsgefüllten Hohlräume darstellbar sind, als auf Röntgenaufnahmen. Ein zahmer Hamster, der sich halten lässt, muss dafür nicht in Narkose versetzt werden. (Leider kann nicht jeder TA eine Sono mit dem entsprechend kleinen Sono-Kopf anbieten, in diesem Fall ist eine gute gemachte Röntgen-Diagnostik auf alle Fälle vorzuziehen, bevor nichts gemacht wird.)

Therapiemöglichkeiten:
- leider nur „verlängernde“ Maßnahmen. Die Prognose bei Leberzysten ist infaust, sprich tödlich. Wie lange dieser Kampf dauert ist leider nicht absehbar, es kann von einigen Tagen bis zu Wochen gehen
- unter Umständen kann man eine Punktion der Zysten vornehmen; dies ist aber nur in Narkose und wenn der TA auch Ultraschall darstellen kann, möglich und birgt ein hohes Risiko, dass das Tier unter der Narkose verstirbt.
- Unterstützend kann man mit homöopathischen Mitteln arbeiten, hier bieten sich Hepeel (Komplexmittel) oder Flor de Piedra an. Das Futter sollte nicht zu fetthaltig sein und Medikamente, welche über die Leber verstoffwechselt werden (AB etc.), sollten nicht mehr gegeben werden

Besondere Pflegemassnahmen:
- mehr als dem Tier ein schönes restliches Leben bereiten bleibt einem nicht…

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Freitag, 11. März 2011, 18:27

Ovarialzysten (Eierstockzysten)
(zusammengestellt von Corinna10)

mögliche Symptome:
- Gewichtszunahme, allerdings meistens weitaus langsamer als bei Leberzysten
- die Tiere sehen oftmals speckig aus, da die Hormonlage sich verändert, manche nehmen aber auch nur an Zysten-Material zu und sonst ab, hier gut beobachten!
- Verhalten ändert sich oftmals nicht so stark, unter Umständen ändert sich der Rhythmus des Deckstarrens auf kürzere oder längere Abstände
- bei hormonell aktiven Zysten unter Umständen Fellverlust im Flankenbereich

Arten von Zysten:
- kleine, harmlose Zysten, die hormonell inaktiv sind und keine Probleme machen, werden oftmals nicht bemerkt
- große und sehr schnell wachsende Zysten, die flüssigkeitsgefüllt sind und ein großes Volumen erreich können. Allerdings sind diese hormonell nicht sehr aktiv
- kleine aber hormonell sehr aktive Zysten (einhergehend mit Fellverlust)

Auslöser:
- hormonelle Veränderungen, über weitere externe Auslöser ist nichts bekannt

Erste Hilfe:
- TA Besuch

Diagnostik beim TA:
- Anfertigung eines Ultraschalls beim TA, da hier wesentlich besser die flüssigkeitsgefüllten Hohlräume darstellbar sind, als auf Röntgenaufnahmen. Eine zahme Hamsterdame, der sich halten lässt, muss dafür nicht in Narkose versetzt werden. (Leider kann nicht jeder TA eine Sono mit dem entsprechend kleinen Sono-Kopf anbieten, in diesem Fall ist eine gute gemachte Röntgen-Diagnostik auf alle Fälle vorzuziehen, bevor nichts gemacht wird.)

Therapiemöglichkeiten:
- unter Umständen kann man eine Punktion der Zysten vornehmen; dies ist aber nur in Narkose und wenn der TA auch Ultraschall darstellen kann möglich und birgt ein hohes Risiko, dass das Tier unter der Narkose verstirbt. Außerdem muss hier drauf geachtet werden, dass das Tier vorher oder hinterher eine Infusion erhält, die den Volumen- und Flüssigkeitsverlust ersetzt.
- bei hormonell aktiven Zysten kann unter Umständen mit Gestagenen oder HCG behandelt werden. Diese Präparate werden 3x im Abstand von 10-15 Tagen gespritzt und sollen eine Normalisierung des Hormonspiegels und damit eine Rückbildung der Zysten herbeiführen. Allerdings sind diese Präparate nicht von dauerhaftem Erfolg und Gestagen ist auch nicht ungefährlich.
- Kastration mit Entfernung der Gebärmutter und der Zysten. Hat den Vorteil, dass es eine endgültige Lösung ist und auch keine Gebärmutterentzündungen mehr auftreten können. Allerdings ist das Narkoserisiko nicht zu unterschätzen.
- Zerdrücken der Zysten – nur durch einen fähigen TA vorzunehmen. Ist mit Schmerzen für das Tier verbunden, hat aber den Vorteil, dass die Flüssigkeit im Tier verbleibt und resorbiert werden kann. KANN allerdings auch zu einem Kreislaufkollaps aufgrund der freien Flüssigkeit im Bauchraum führen!

Besondere Pflegemassnahmen:
- Nach einer OP bis Wundheilung Haltung auf Toilettenpapier und kein Laufrad anbieten. Sonst keine Maßnahmen.

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Freitag, 11. März 2011, 18:27

Haarlinge
(zusammengestellt von NicoleFisch)

Haarlinge (Trichodectidae) gehören zu den Ektoparasiten und sind mit Tierläusen verwandt. Sie werden ca. 1 - 1,5 mm groß und ernähren sich von Hautdrüsensekret, Haaren und Hautschuppen.

Möglichkeit der Einschleppung / Auslöser:
- durch Heu, Einstreu, Futter und sonstigen Naturprodukten
- als "Mitbringsel" von anderen Haustieren, z.B. von einem Hund oder einer Katze

Mögliche Symptome / Anzeichen eines Befalls:
- Juckreiz
- feuchte Stellen an den Duftdrüsen (dort befindet sich Hautdrüsensekret wovon sich Haarlinge ernähren)
- „kleine krabbelnde Punkte“
- kürzere Haare (da sich der Hamster vermehrt kratzt und diese abbrechen)

Erste Hilfe:
- TA-Besuch

Behandlung beim TA:
Es ist ganz wichtig, dass der TA sich die Haarlinge unter dem Mikroskop mit Hilfe eines Tesa-Abklatsch anschaut und die Vermutung bestätigt. Nur mit korrekter Behandlung nach erfolgter Diagnose / Bestätigung des Befalls können die Haarlinge nachhaltig bekämpft werden.

Therapiermöglichkeiten:
Je nach Stärke des Befalls wird das betroffene Tier mit einem entsprechenden Medikament (z.B. Ivomec, Advocate, Dectomax, Stronghold) gespritzt oder gespottet.
In ganz seltenen Fällen muss der Hamster mit einem entsprechendem Medikament (z. B. Ragodon) gebadet werden. Dies ist erforderlich, wenn spotten oder spritzen keinen Erfolg verzeichnen.

Desinfektions-Maßnahmen:
Das Heim benötigt eine komplette Grundreinigung:
- Komplettes Einstreu entsorgen
- Kork / Holz in den Backofen auf 100 Grad für 1 Stunde ausbacken
- Kork / Holz was nicht in den Backofen passt unbedingt entsorgen
- Dinge aus Plastik oder Keramik mit kochendem Wasser übergießen oder falls möglich in die Spülmaschine geben.
- Aqua, Gitterkäfig, Schalenkäfig mit Bactazol oder Ektoderm behandeln und anschließend mit heißem Wasser nachspülen
- EB´s sollten unbedingt aus beschichtetes Holz und mit Kantenumleimer, Sabberlack und / oder Aquariumssilikon gesichert sein. Haarlinge können sich in unbeschichtetes Holz fressen und dort bis zu zwei Jahre auch ohne Wirt überleben.
- Unmittelbare Umgebung (sowie alle Stellen an denen das kontaminierte Zubehör war) mit Bactazol oder Ektoderm besprühen.

Die Behandlung wird wöchentlich wiederholt und normalerweise drei mal durch geführt.
Da die Grundreinigung wöchentlich durchgeführt werden sollte, wird empfohlen die Einrichtung spartanisch zu halten. Jedoch sollten folgende Dinge im Gehege nicht fehlen:
- Tränke
- Laufrad
- Haus
- Versteckmöglichkeiten (z.B. durch Toilettenpapierhäuschen)
- Beschäftigungsmöglichkeiten (z.B. durch JR-Nagerstangen)
- Nestmaterial

Auch andere im Haushalt lebende Tiere, die keine Anzeichen von Haarlingen zeigen, müssen behandelt werden. Haarlinge sind sehr leicht zu übertragen.

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^Sweet^ (08.01.2014)

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Freitag, 11. März 2011, 18:27

Papova oder Polyoma Virus (HaPV)
zusammengestellt von Linda20032

Der Hamster Polyoma Virus, der hochansteckende Tumore (an den inneren Organen, vor allem aber direkt unter der Haut) verursacht, gehört zu der Gruppe der Papova-Viren und befällt Mittelhamster (Gold-/Teddyhamster), aber auch Feldhamster.
Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Urin, aber auch durch Kot und Hautschuppen in der Luft; bei Hamsterbabys auch über die Muttermilch.
Eine Ansteckung über den Menschen (eingeschleppt über Kleider, Schuhe…) ist ebenfalls möglich, falls dieser anderswo Kontakt zu einem erkrankten Hamster hatte.
Hamster können Träger des Virus sein, ohne dass dieser bei ihnen sichtbar ausbricht (von Wurfgeschwistern erkranken nicht alle; aber sie sind alle Träger des Virus!).
Nach unbestätigten Aussagen können auch Zwerghamster Träger der Krankheit sein; hier bricht die Erkrankung jedoch nicht aus.

Symptome
- plötzlich auftretende kleine Pickelchen (meistens zuerst am Kinn) die ggf. größer werden und dann auch an anderen Stellen des Körpers auftauchen (Gesicht, Nacken, Bauch, Rücken, Pfotengelenke, auf den Zehen)
- die Pickelchen wachsen oftmals besonders stark am Bauch, platzen dann auf und bluten.

Bei manchen Hamstern findet man nur sehr kleine Pickelchen, während andere Hamster sehr große bekommen.
Ggf. können sich diese auch nach einiger Zeit wieder zurückbilden und später an anderen Körperstellen erneut wuchern.

Erscheinungsbild/Fotos Verlauf der Erkrankung

Zu Beginn der Erkrankung:






Nach 4 Monaten:






Nach 7 Monaten:





Erste Hilfe
- vom TA abklären lassen, ob es sich tatsächlich um diesen Virus handelt

Untersuchung/Behandlung beim TA
Diagnose(versuch) beim TA, ob es das Virus ist oder nicht.
Dabei kann auch der TA nur Vermutungen anstellen, da es keinen Test gibt, um das festzustellen. Der Virus lässt sich im Urin nicht nachweisen.
Einzig eine Blutuntersuchung könnte Klarheit schaffen, was jedoch beim (lebenden) Hamster nicht wirklich möglich ist.

Therapiemöglichkeiten
Eine Behandlung ist leider nicht möglich.
Die Krankheit ist unheilbar und die meisten Hamster sterben früher oder später an dieser Krankheit.

Es gibt aber auch Ausnahmen.
Hamster mit wenigen kleinen Pickeln können damit alt werden; nicht bei allen erkrankten Hamstern verschlechtert sich der Gesundheitszustand. Die Erkrankung ist nicht in jedem Fall tödlich.

Ggf. können Mittel zur Stärkung des Immunsystems (vom TA) den Hamsterorganismus positiv unterstützen.

Sollte es dem Hamster schlechter gehen (Vermehrtes Schlafen, vermehrtes Trinken, eingeklappte Öhrchen etc.) und haben sich die Wunden womöglich entzündet und eitern, ist ein erneuter umgehender TA-Besuch nötig.

Sofern das Tier leidet, sollte es umgehend erlöst werden!

Behandlung des Tieres/Versorgung der Pickelchen
- wenn die Pickel aufplatzen, mit Bepanthen "Augen- und Nasensalbe" behandeln (mittels Wattestäbchen auf die offenen Stellen geben)

Besondere Maßnahmen
- Quarantäne einhalten! – das Virus ist hochansteckend und hat eine Inkubationszeit von 4 bis 30 Wochen (!), d. h. ein Hamster kann bereits andere Hamster anstecken, obwohl er noch keine Symptome aufweist.
- keine neuen/weiteren Hamster zuhause aufnehmen!
- keine Urlaubshamster beherbergen!
- erkrankten Hamster nicht zur Urlaubsbetreuung an andere Hamsterhalter abgeben!
- Kontakt zu anderen Hamstern und Hamsterhaltern meiden!

Desinfektion (nach dem Tod des erkrankten Hamsters)
- Behausung und Umgebung nach dem Tod des Hamsters sorgfältig und gründlich desinfizieren (geeignetes Desinfektionsmittel: "VIRKON", erhältlich beim Tierarzt; gängige Desinfektionsmittel aus dem Zoohandel, z.B. Bactazol, sind nicht ausreichend)
- Zubehör sowie EBs, die sich nicht mit Desinfektionsmitteln desinfizieren lassen (Holzhäuschen und Ebenen, Kork, Wurzeln etc., aber auch Behausungen aus unbeschichtetem Holz) komplett entsorgen!
- am Besten desinfizierte Behausungen mehrere Monate leer stehen lassen, bevor ein neuer Hamster einzieht, da der Virus sehr hartnäckig ist, schwer zu entfernen ist und lange überleben kann.

Verena72

Moderator und (Hamster-)Männer-Versteherin

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Name im alten Forum: Verena72

Mein Hamster: Wifab Teddymann "Krishi" (Krishan)

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Montag, 22. August 2011, 09:52

Verklebte oder eiternde Duftdrüse bei Zwerghamstern

(zusammengestellt von Honey90)


Symptome:
- gelblich/braune Kruste an der Duftdrüse unter dem Bauch (wird irrtümlich auch oft für den Bauchnabel gehalten)

Auslöser/Folgen:
- als erstes bildet sich eine Kruste auf der Duftdrüse; diese Kruste verhindert irgendwann, dass das Duftsekret abfließen kann und dieses sammelt sich nun in der Drüse und führt ohne Behandlung über kurz oder lang zu einer Vereiterung der Duftdrüse

Erste Hilfe:
- VORSICHTIG versuchen mit einem Wattestäbchen die Verkrustung zu lösen mit Wasser, Wasser mit Betaisodona, Baby-Öl oder Vaseline (bitte kein Kamillentee, da der Allergien auslösen kann)
- sollte sich nach ein paar Tagen, an denen man jeden Abend versucht hat es abzulösen und zu reinigen, keine Besserung eingestellt haben, oder der Verdacht bestehen, dass es schon eitert, muss man zum Tierarzt

Untersuchung/ Behandlung beim Tierarzt:
- der Tierarzt wird versuchen die Drüse zu reinigen und wenn die Drüse eitert, wird im Normalfall Antibiotika gegeben

Besondere Pflegemaßnahmen:
- wenn ein Zwerghamster einmal eine vereiterte oder verkrustete Duftdrüse hatte, ist es häufig so, dass es ab nun öfter auftritt; deswegen sollte das ab nun an regelmäßig kontrolliert werden
Liebe Grüße,

Verena :knicks

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